02.07.2002

DIENSTAG

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Vivendi löst Vertrauenskrise an Börsen aus

Der hochverschuldete Medienkonzern Vivendi Universal hat am Dienstag an den Finanzmärkten eine schwere Vertrauenskrise ausgelöst.

Der umstrittene Vivendi-Vorstandschef Jean-Marie Messier kündigte seinen Rücktritt an. Versuche der Bilanzmanipulation, die von der Pariser Börsenkommission inzwischen bestätigt wurden, und Überschuldungsängste führten zu Panikverkäufen der Aktie in Paris und Frankfurt.

Der deutsche Leitindex DAX fiel um 3,91 Prozent auf 4195,95 Punkte. Das Vivendi-Papier verlor zeitweise bis zu 40 Prozent auf weniger als 15 Euro. Auch die Wall Street und europäische Börsen wurden von der Vivendi-Krise schwer belastet.

Versuchte Bilanzmanipulation

Die Ängste der Anleger wurden durch einen Bericht von "Le Monde" verstärkt, wonach Vivendi Universal versucht haben soll, in Zusammenhang mit dem Verkauf der Aktien des britischen Abo-Fernsehens BSkyB die Bilanz 2001 zu manipulieren.

Die französische Börsenkommission habe den Versuch, die Bilanz um 1,5 Milliarden Euro zu schönen, jedoch verhindert.

Vivendi widersprach in einer Stellungnahme dem Bericht und erklärte, die Börsenregeln seien exakt eingehalten worden. Dagegen bestätigte die Börsenkommission am Dienstag ausdrücklich "die in der Presse veröffentlichten Informationen".

Vivendi hat für das vergangene Jahr einen Rekordverlust von 13,6 Milliarden Euro ausgewiesen.

Französische Großbanken unter Druck

Durch die Erklärung der Ratingagentur Moody's, es bestünden Zweifel, dass Vivendi Universal in der Lage sei, die in den nächsten zwölf Monaten fällig werdenden Kredite zu refinanzieren, geriet auch eine Reihe Aktien französischer Großbanken unter Druck.

Probleme bei Vivendi würden deren Engagements in Gefahr bringen, hieß es.