02.07.2002

NUMMER ZWEI

Bildquelle: apa

"Kunden treiben technologische Entwicklung"

"Wir durchschreiten einen großen architektonischen Wandel", sagte die Chefin des weltweit zweitgrößten Computerkonzerns Carly Fiorina am späten Montag Nachmittag bei ihrer Rede in der Wiener Hofburg.

Das erste Mal in der Geschichte dieser Industrie würden die Kunden die technologische Entwicklung antreiben.

"Sie sind am Hebel, wir hören auf Sie, mehr als dass wir mit Ihnen sprechen", so die HP-Chefin im nicht ganz voll besetzten Festsaal der Hofburg.

Alles, nur kein Mittelmaß

Technologieunternehmen werden in Zukunft laut Fiorina dazu gezwungen werden, sich entweder zu spezialisieren oder ihre Kapazitäten so weit auszubauen, um Komplettanbieter werden zu können. Mit der Fusion mit Compaq habe man das zweite Ziel verfolgt.

"Bei HP wissen wir, entweder wir bestimmen diesen Trend oder wir werden von ihm fortgespült", so die HP-Chefin, zeigte sich aber überzeugt, dass HP die "architektonischen Verschiebung" in Richtung offener, auf industriellen Standards basierender IT-Architektur, anführen werde.

Schüssel zu IT-Trends

Vor ihrer Rede war Fiorina noch mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zusammengetroffen.

"Österreich ist daran interessiert, mit der Spitze der Welt mitzuhalten", sagte Bundeskanzler Schüssel nach dem Gespräch mit Fiorina. Das "sehr gute Gespräch", das über eine Stunde gedauert hat, habe sich mit den neuesten Tendenzen in der IT-Industrie und dem E-Government beschäftigt.

"Diese Themen sind für uns von ganz besonderer Bedeutung", sagte Schüssel. Einige Schritte in diese Richtung seien bereits gesetzt worden. "Interconnectibilität wird ein ganz großes Thema sein", sagte Schüssel, der die HP-Chefin auch nach Salzburg eingeladen hat, um am Rande der Festspiele am Dialog Wirtschaft, Politik und Kunst teilzunehmen.