Waschtag per Handy erledigen
Whirlpool testet derzeit "intelligente" Waschmaschinen und Trockner, deren Funktionen sich via Handy und Computer fernsteuern lassen. Informationen über Wasch- oder Trocknerstatus werden automatisch auf TV, Mobiltelefon und PC übertragen.
Die Whirlpool Corporation, der weltweit größte Hersteller von Haushaltsgeräten, startete Anfang dieser Woche die Versuchsreihe "Laundry Time" mit schlauen Waschmaschinen und Wäschetrocknern in einigen ausgesuchten US-Haushalten.
Statusmeldungen auf Handy und PC-Schirm
Die Konzeptgeräte von Whirlpool sind in der Lage, ihre Besitzer mit Benachrichtigungen auf Handydisplay und Computerbildschirm über den aktuellen Programmstatus zu informieren.
So meldet die "intelligente" Waschmaschine beispielsweise per Meldung am Handy-Display, dass der laufende Waschvorgang beendet ist, oder der kluge Trockner, dass man vergessen hat, das Programm zu starten.
Haushaltsgeräte mit Fernsteuerung
Um dem Benutzer den Umgang mit den Geräten weiter zu erleichtern, dienen Handy und PC nicht nur als Informationszentrale, sondern auch als Fernbedienung.
Mit dieser kann man die wichtigsten Funktionen selbst dann steuern, wenn man sich gerade nicht in der Nähe des Apparates befindet: Auf Knopfdruck lässt sich unter anderem der aktuelle Trockenvorgang verlängern, wenn die Wäsche noch feucht ist.
Marktstart erst in einigen Jahren
Ziel des US-Pilotprojekts, das Whirlpool mit Partnern wie Microsoft, Hewlett-Packard und Panasonic durchgeführt hat, ist, Erwartungshaltungen und Nutzungsgewohnheiten von Konsumenten zu studieren, um die Geräte der Zukunft zu entwickeln.
Wann die derzeit in den USA getesteten Geräte Marktreife erlangen, steht indes noch nicht fest. Es ist laut Whirlpool allerdings von einer Vorlaufzeit von mehreren Jahren auszugehen.
Das Tüfteln am Haushalt der Zukunft
Die Idee, Konsumenten die Führung des Haushalts durch High-Tech-Gerätschaften zu erleichtern, ist nicht neu.
Eine Reihe von praktischen Staubsauger-Robotern, die ihre Arbeit völlig selbstständig und wie sich in fuzo-Tests zeigte, meist auch sehr gründlich, erledigen, ist etwa bereits am Markt erhältlich.
Doch bisher scheiterte so mancher Durchbruch von "intelligenten" Haushaltsgeräten aber entweder an unausgereiften Konzepten oder horrenden Preisen. So kosten die Staubsauger-Roboter zwischen mehreren hundert und zweitausend Euro.
Auch der 736-Liter-Internet-Kühlschrank des südkoreanischen Herstellers LG, der Ende 2005 in den Handel kam, entpuppte sich auf Grund des Preises von 8.000 US-Dollar als Ladenhüter.
Der LG-Multimedia-Refrigerator wurde mittlerweile aus dem Haushaltsgeräte-Sortiment gestrichen.
Küche begleitet durchs Rezept
Auch zahlreiche andere Hersteller haben sich der Entwicklung von Haushaltsgeräten der Zukunft verschrieben.
US-Konzern GE Consumer & Industrial bastelt etwa an der "intelligenten" Küche, die Rezepte vorschlägt und Einkaufslisten erstellt.
Auch das Massachusetts Institute of Technology [MIT] macht sich Gedanken über das Kochen: Es wurde ein Kochlöffel entwickelt, der via Sensoren Salzgehalt und Temperatur von Speisen messen und nützliche Kochtipps geben kann.
Warten auf ausgereifte, günstige Geräte
Auf tatsächlich marktreife und auch finanzierbare Produkte wird man - zumindest in Europa - aber noch viele Jahre warten müssen.
Elektronikhersteller Sanyo kündigte Anfang dieses Jahres einen sprechenden Herd an, der das Kochen durch gezielte Anweisungen erleichtern soll.
(futurezone | BBC)
