24.06.2002

ÖSTERREICH

Bildquelle: PhotoDisc

Schicksalstag für Internet-Provider

Der Poker um die verbliebenen Kunden der insolventen KPNQwest Austria wird am Montag fortgesetzt und möglicherweise auch schon entschieden.

Wie uns die weißen Spatzen von den Netzknoten gepfiffen haben, sollen die gebotenen Summen bereits deutlich jenseits von zwei Millionen Euro liegen.

Wie weiters zu erfahren war, werden dreien von insgesamt sechs ernsthaften Bewerbern bessere Chancen als den übrigen eingeräumt.

Das Bieterfeld

COLT Telekom, die in Deutschland Garantien für KPNQwest-Kunden und deren Connectivity abgegeben hat, soll sich hier zu Lande ebenfalls in einer sehr guten Position befinden.

Dazu brodelt es in der Gerüchteküche von AT-Land heftig wie selten zuvor. Am Donnerstag erstmals als Posting in den fuZo-Foren aufgetaucht, fand das Gerücht seinen Weg in wenigstens eine Tageszeitung.

Mit der "Illuminati Privatstiftung" sei ein weiterer Pionier aus den Anfängen der EUnet, nämlich Michael Haberler, im Bieterrennen, da diese Stiftung hinter der Firma Inode stehe.

Haberler und Herdlicka hatten ab 1991 die damalige EUnet [Später Qwest, dann KPNQwest] zu Österreichs führendem Business-Provider aufgebaut.

CyberTron in Bedrängnis

Neben der abgestürzten KPNQwest dürfte sich diese Woche auch das Schicksal des vormaligen Upstarts CyberTron entscheiden.

Nachdem bekannt geworden war, dass die Telekom Austria sämtliche Bankgarantien für die Verbindlichkeiten der CyberTron [1,7 Mio. Euro] in Anspruch genommen und weitere Garantien oder die Rückzahlung der Schulden verlangt hatte, stürzte die Aktie im Lauf der Woche von Allzeittief zu Allzeittief.

Noch deutlicher war eine zeitweilige Abschaltung von Teilen des CyberTron-Netzes durch die Telekom am vergangenen Dienstag, wobei unklar ist, wie viele der insgesamt etwa 60 Millionen Euro Schulden der CyberTron solche bei der TA sind.