19.06.2002

STANDARDS

Bildquelle: sun

Microsoft will Java endgültig fallen lassen

Microsoft hat angekündigt, ab 2004 die systemunabhängige Programmiersprache Java komplett fallen zu lassen und ab dann auf jegliche Unterstützung der Sun-Technologie zu verzichten.

Gleichzeitig hieß es allerdings, dass das nächste Windows-XP-Update Java-Unterstützung beinhalten soll - allerdings zeitlich begrenzt bis 2004.

Sun und Microsoft haben um Microsofts Java-Politik schon erbittert vor Gericht gestritten, und auch im laufenden Kartelprozess spielt diese eine Rolle. Microsoft-Sprecher Jim Cullinan bezeichnete den zeitlichen Zusammenfall der Ankündigung, Java endgültig fallen zu lassen, und dem heutigen Beginn der Schlussplädoyers im Kartellprozess dementsprechend als "unglücklich".

Aus Sicherheitsgründen

Microsoft begründete seine Entscheidung gegen Java mit Sicherheitsfragen: "Wenn es ein Problem oder eine Lücke gibt, können wir dies nicht selber lösen," erläuterte Cullinan.

Letztendlich ist Sun laut Cullinan selbst an dieser Situation schuld, da es 1997 einen Prozess gegen Microsoft anstrengte, weil MS eine eigene Java-Version entwickelt hatte.

Der Java-Prozess

Der dreijährige Rechtsstreit um Microsofts Lizenzierung von Suns Java-Technologie schien Anfang 2001 zunächst gelöst: Das Gericht entschied, dass MS 20 Millionen USD zahlen und auf das Java-Logo sowie auf die Bezeichnung "Java-kompatibel" in seinen Produkten verzichten müsse.

Ein neuer Lizenzierungsvertrag befristete eine Verwendung Javas in Microsofts Produkten zudem auf sieben Jahre.

Streit geht weiter

Trotz dieser Einigung hat Sun Microsoft im März erneut verklagt: Sun verlangt jetzt eine Ausgleichszahlung von mehr als einer Milliarde USD für den Ausschluss von Sun-Produkten aus Windows.