05.06.2002

ANALYSE

Bildquelle: PhotoDisc

KPNQwest - Tod durch dunkle Fasern

Obwohl immer noch Bemühungen mindestens eines internationalen Finanzkonsortiums zur Rettung der [profitabel gewesenen] Österreich-Filiale des Carriers KPNQwest laufen - die Zeit läuft schneller.

Die Entscheidung der Telekom von gestern, quasi im Tausch gegen ausständige Leitungskosten, Businesskunden des ehemaligen Vorzeige-Providers den "Weiterbetrieb zu garantieren", dürfte den Restwert des Unternehmens drastisch verringert haben.

Worum gefeilscht wird

Üblicherweise dauert diese Entscheidung über derartige Summen bei internationalen Finanzkonsortien mindestens sechs Wochen.

So viel Zeit hat KPNQwest nicht mehr. Ironischerweise läuft das große Feilschen ausgerechnet um jenen Teil des Geschäfts, der seit 1995 [damals unter dem Fimennamen EUnet] durchwegs profitabel war, das so genannte Legacy-Business.

Also Hosting-Dienstleistungen aller Art für KMUs in einem Netz, das jahrelang im Schnitt immer das schnellste, weil Bandbreiten-stärkste, unter den heimischen Provider-Netzen war. Dies galt ganz besonders für den internationalen Verkehr.

Dark Fiber

Als die Glasfaser-Ringe fertig eingegraben waren, fehlte das Geld, um sie auch zu "beleuchten", es ist eindeutig die "Dark Fiber", an der das Unternehmen letztlich zu Grunde geht.

Der dadurch fehlende Return on Investment setzte spätestens 2001 eine Abwärtsspirale in Gang, deren tiefster Punkt nun erreicht ist.