MS will 25 Prozent Marktanteil für Xbox
Die diesjährige E3 [Electronic Entertainment Expo] stand ganz im Zeichen der Spielkonsolen.
Drei Giganten - Sony, Microsoft und Nintendo - ringen um den milliardenschweren Gamingmarkt im Wohnzimmer. Entsprechend der Bedeutung waren den drei Konsolen auch die größten Messestände gewidmet.
"Unser mittelfristiges Ziel ist es, rund 25 Prozent Marktanteil im Konsolenmarkt zu erreichen", umriss J. Allard, MS-Vizepräsident und Xbox-Chef für Europa, die Ziele in einem Gespräch mit der futureZone am Rande der E3.
"Wir haben bis dato rund 500.000 Konsolen in Europa abgesetzt", so Allard. Weltweit wurde die Xbox bis dato 4 Millionen Mal verkauft. "Die Preisgestaltung entscheidet alles", proklamiert Allard - nach der Preissenkung hätten sich die Verkaufszahlen rasant nach oben entwickelt.
Schlechter Start für die Xbox
Nur wenige Wochen nach der Markteinführung hatte Microsoft als
Reaktion auf die schlechten Verkaufszahlen hier zu Lande die bis
dahin teuerste Konsole von 479 auf 299 Euro verbilligt.
Die Xbox war zu teuer
Microsoft gibt Xbox-Absatzschwäche zu"Klar hat Sony den größten Marktanteil"
Die Konkurrenz sieht er naturgemäß nicht so stark: "Klar hat Sony den größten Marktanteil. Wir aber können mit besserer Technologie punkten - die Xbox hat standardmäßig einen Ethernetanschluss, Dolby Digital Audio und eine Festplatte".
Mittelfristig würde dies der Xbox den entscheidenden Vorteil bringen - vor allem deshalb, weil die Spieleentwickler die entsprechenden Features mit der Vorgabe programmieren können, dass jede einzelne Xbox über die notwendigen technischen Voraussetzungen verfüge.
Sony das Linux-Kit für die PS2 veröffentlicht
Zum Preis von 249 Euro enthält das Paket eine 40-GB-Festplatte,
einen Breitbandnetzwerkadapter, ein Monitorkabel, Audiostecker,
Tastatur und Maus sowie die Linux-Software in der Version 1.0. Mit
dem Linux-Kit soll es möglich sein, eigene Spiele für die PS2 zu
programmieren.
PS2-Linux-Kit"Der GameCube ist irgendwie lustig"
Den Gamecube sieht er schon gar nicht als Konkurrenz. "Der GameCube ist irgendwie lustig. Selbst Sony kann dagegen nichts ausrichten - Nintendo hat eine starke Fanbasis, die natürlich in den ersten Wochen die Verkaufszahlen stark in die Höhe getrieben haben".
Nintendo: "Krieg hat gerade erst begonnen"
Nintendo sieht den Konsolenkrieg naturgemäß ganz anders. Peter
McDougall, Geschäftsführender Vizepräsident Verkauf und Marketing
Nintendo of America, sagte an seine Konkurrenten gerichtet: "Ich
denke, sie wissen jetzt, dass der Krieg gerade erst begonnen hat."
Europäer kaufen 400.000 Würfel in einer Woche"Hardcore-Gamer haben alle Breitbandanschluss"
Microsoft investiert in den nächsten Jahren zwei Milliarden USD, um die Xbox online zu bringen.
Die vergleichsweise geringe Breitbandpenetration in Europa sieht Allard nicht als Problem. "Die Hardcore-Gamer haben alle Breitbandanschluss. Vorerst ist das Online-Gaming nur auf diese Zielgruppe zugeschnitten", so Allard.
Derzeit würden noch die Verhandlungen mit den Telekoms laufen - infrastrukturmäßig sei alles vorbereitet. Entsprechende Serverfarmen laufen bereits in London und warten darauf, erweitert zu werden.
Konsolen gehen onlineNoch wenig Exklusiv-Titel für Xbox
Microsoft will bis Weihnachten 200 Spiele für die Xbox auf den Markt bringen. Das große Problem der Xbox ist allerdings, dass die meisten Spiele "me too"-Games sind, da nur wenige Spieleproduzenten ihre Games exklusiv für die Xbox bringen wollen. Grund ist die Zahl der installierten Konsolen, die etwa bei der Playstation 2 acht Mal höher liegt.
"Freilich - als Gamedeveloper will man für eine möglichst große Anzahl von Konsolen programmieren", Allard. Schließlich gehe es ums Business. "Unser Ziel lautet: 'Get in the home and make money'".
