Microsoft gibt Xbox-Absatzschwäche zu
Microsoft hat jetzt zugegeben, was von Marktbeobachtern schon seit geraumer Zeit gemutmaßt wurde, aber noch gestern von österreichischen Konzernvertretern geleugnet worden war: Das Unternehmen hat weit weniger seiner Xbox-Spielekonsolen verkauft als erhofft.
Bis Mitte des Jahres rechnet Microsoft jetzt nur noch mit 3,5 bis vier Millionen abgesetzten Geräten, sagte Microsoft-Finanzvorstand John Connors in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Bisher hatte Microsoft auf 4,5 bis sechs Millionen Stück gehofft.
Microsoft rechnet jetzt bis zum Ende des kommenden Geschäftsjahrs, das im Juni 2003 ausläuft, mit "neun bis elf Millionen installierten Konsolen" rund um den Globus, sagte Connors. Das gelte aber nur, "wenn alles gut läuft".
22. März: Microsoft glaubt an guten Start der XboxPreisreduzierung
Noch gestern hatte Microsoft Österreich mitgeteilt, dass die überraschende Preisreduzierung nichts mit einer Absatzschwäche zu tun hätte.
"Von einer Preisbremse als Reaktion auf schlechte Abverkaufszahlen kann nicht die Rede sein", teilt das Unternehmen mit.
Nur gut einen Monat nach der Markteinführung hat MS die Preise für seine Spielekonsole in Europa gestern drastisch gesenkt.
"Uns wurde in Umfragen bei Konsumenten und Händlern als häufigster Grund, warum sich Spieler dennoch noch nicht für die Xbox entschieden haben, der Preis genannt. Dieses Hindernis für den Erwerb der Xbox wurde nun ausgeräumt", begründete Microsoft die Preissenkung.
Das Gerät wird statt für 479 Euro nun für 299 Euro angeboten. Außerdem bekommen die bisherigen Käufer der Konsole zwei Spiele und einen Controller gratis dazu.
Die Xbox war zu teuerMS und Flextronics beeinträchtigt
Schon in den letzten Wochen hatten sich die Anzeichen dafür verdichtet, dass Microsofts Start auf den Konsolenmarkt nicht nach den Plänen des Konzerns verläuft und der weltweite Absatz der Xbox deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Nach einer Reihe entsprechender Meldungen aus den letzten zwei Wochen hatte erst vor drei Tagen ein Analyst, der den Xbox-Hersteller Flextronics beobachtet, in einer Marktanalyse davor gewarnt, dass sich die Verkäufe in einem Maß verlangsamt hätten, das den Ausblick sowohl für Microsoft als auch für Flextronics beeinträchtigt.
Chris Whitmore, Analyst bei Deutsche Banc Alex. Brown, ging davon aus, dass Microsoft sein weltweites Absatzziel von 4,5 bis sechs Millionen Konsolen bis zum 30. Juni dieses Jahres "deutlich" verfehlen wird.
Microsoft dürfte Absatzziele verfehlen
