Libro-Poker geht in die nächste Runde
Das Tauziehen um das Schicksal der zum zweiten Mal in Finanznöte geratenen Buch- und Medienhandelskette Libro AG geht in die nächste Runde.
Morgen will das kreditgebende Bankenkonsortium neuerlich über einen Überbrückungskredit beraten. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht zu erwarten, heißt es aus Bankenkreisen. Aus heutiger Sicht sei die Mehrheit der involvierten Kreditinstitute jedenfalls skeptisch.
Libro kann ohne Überbrückungskredit von knapp 20 Millionen Euro weder die Lieferanten noch die im Juni fälligen Urlaubsgelder und die dritte Ausgleichsquote von 8,5 Prozent oder rund zehn Millionen Euro bezahlen.
Libro braucht dringend 20 Millionen EuroNeue Insolvenz droht
Insider bezweifeln allerdings, dass man mit 20 Millionen Euro auskommen werde. Die Banken fordern daher von der Libro-Geschäftsführung bis spätestens nächste Woche eine detaillierte Finanzbedarfsprüfung, aus der auf den Punkt genau hervorgeht, was das Unternehmen tatsächlich braucht.
Können sich die Konsortialbanken auf keine Zwischenfinanzierung einigen, droht Libro der Konkurs. Dabei handelt es sich um ein neues Insolvenzverfahren und nicht um einen Anschlusskonkurs. Das würde die endgültige Zerschlagung der Handelskette bedeuten.
