Turbulente Vivendi-Hauptversammlung
Der französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi Universal hat im ersten Quartal in seiner Mediensparte bei Umsatz und Ergebnis die Erwartungen der Analysten übertroffen.
Das sei vor allem an den guten Geschäften im Telekom- und Filmbereich gelegen, teilte der Konzern im Vorfeld zu seiner gestrigen Hauptversammlung mit.
Ebitda auf 1,71 Milliarden Euro gestiegen
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation
[Ebitda] der Mediensparte sei im ersten Vierteljahr 2002 um 16
Prozent auf 1,171 Milliarden Euro deutlicher als von Analysten im
Mittel mit 1,07 Milliarden Euro erwartet gestiegen.
Vivendi mit kräftiger Umsatzsteigerung"Schulden werden sinken"
Das operative Ergebnis habe sich um 27 Prozent auf 436 Millionen Euro erhöht.
Der Umsatz der Sparte kletterte um zwölf Prozent auf 7,109 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von im Schnitt 6,48 Milliarden Euro.
Vivendi rechne nunmehr damit, dass seine Schulden bis zum Jahresende sinken werden, und zwar auf weniger als das Dreifache seines Jahres-Ebitda.
Aktie verliert mehr als Gesamtmarkt
Die Vivendi-Universal-Aktien verloren rund ein Prozent auf 38,65
Euro und damit etwas mehr als der Gesamtmarkt.
Vivendi überlegt Bündnis mit UPC-Mutter"Pack die Koffer"
Die Aktionäre haben unterdessen auf der Hauptversammlung scharfe Kritik an Konzernchef Jean-Marie Messier geübt.
Anteilseigner, deren Investitionen im Zuge der Expansion des Konzerns nach Hollywood in den vergangenen zwei Jahren rund 70 Prozent an Wert verloren hatten, kritisierten die Strategie des Unternehmens und forderten den Rücktritt Messiers.
Wütende Aktionäre schrien unter anderem: "Pack die Koffer" und "Tritt zurück, Messier". Andere aufgebrachte Anteilseigner nannten ihn "Pinocchio".
Die Aktionäre verweigerten dem Unternehmenschef ihre Zustimmung zu einem Aktien-Optionsplan, der nach Worten von Messier hoch qualifizierte Manager im Unternehmen halten soll.
