23.04.2002

MANIPULATION

Bilanzskandal bei ComRoad weitet sich aus

Der Skandal um das inzwischen vom Frankfurter Neuen Markt ausgeschlossene Telematik-Unternehmen ComRoad weitet sich aus.

Wie die mit der Sonderprüfung betraute Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner am Dienstag mitteilte, sind alle Jahresabschlüsse seit 1998 in großem Ausmaß manipuliert worden.

Dabei bediente sich das Unternehmen der "Hongkonger Firma" VT Electronics, von der es keine Anhaltspunkte gibt, dass sie je existierte.

Bis zu 97 Prozent der Jahresumsätze frei erfunden

Nicht nur die ausgewiesenen - und vom Wirtschaftsprüfer KPMG testierten - Umsätze erhöhten sich jährlich, sondern auch der Anteil jener Umsätze, die VT Electronics erlöst haben soll.

1998 liefen 63 Prozent von 2,33 Millionen Euro über diese Scheinfirma, 1999 waren es 86 Prozent von 10,24 Millionen Euro und im Jahr 2000 wurden schon 42,57 von 43,87 Millionen Euro oder 97 Prozent der festgehaltenen Umsätze über Hongkong "abgewickelt".

Bereits bekannt waren die Zahlen des Vorjahres: VT Electronics wies 90,3 Millionen Euro des veröffentlichten, aber letztlich nicht von KPMG testierten Gesamtumsatzes von 93,5 Millionen Euro aus. Das entspricht ebenfalls einem Anteil von knapp 97 Prozent.

Dabei wurden vom Differenzbetrag von 3,2 Millionen Euro auch nur 1,3 Millionen Euro als wirklich getätigte Erlöse bestätigt.