Bilanzskandal bei ComRoad weitet sich aus
Der Skandal um das inzwischen vom Frankfurter Neuen Markt ausgeschlossene Telematik-Unternehmen ComRoad weitet sich aus.
Wie die mit der Sonderprüfung betraute Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner am Dienstag mitteilte, sind alle Jahresabschlüsse seit 1998 in großem Ausmaß manipuliert worden.
Dabei bediente sich das Unternehmen der "Hongkonger Firma" VT Electronics, von der es keine Anhaltspunkte gibt, dass sie je existierte.
Gericom löst ComRoad im Nemax 50 ab
Den frei gewordenen Platz von ComRoad im "Eliteindex" des Neuen
Marktes, dem Nemax 50, hat der Linzer Notebook-Hersteller Gericom
eingenommen. Gericom ist damit das zweite österreichische auf dem
Neuen Markt notierte Unternehmen nach AT&S, das im Nemax 50
vertreten ist.
Gericom im Nemax 50 vertretenBis zu 97 Prozent der Jahresumsätze frei erfunden
Nicht nur die ausgewiesenen - und vom Wirtschaftsprüfer KPMG testierten - Umsätze erhöhten sich jährlich, sondern auch der Anteil jener Umsätze, die VT Electronics erlöst haben soll.
1998 liefen 63 Prozent von 2,33 Millionen Euro über diese Scheinfirma, 1999 waren es 86 Prozent von 10,24 Millionen Euro und im Jahr 2000 wurden schon 42,57 von 43,87 Millionen Euro oder 97 Prozent der festgehaltenen Umsätze über Hongkong "abgewickelt".
Bereits bekannt waren die Zahlen des Vorjahres: VT Electronics wies 90,3 Millionen Euro des veröffentlichten, aber letztlich nicht von KPMG testierten Gesamtumsatzes von 93,5 Millionen Euro aus. Das entspricht ebenfalls einem Anteil von knapp 97 Prozent.
Dabei wurden vom Differenzbetrag von 3,2 Millionen Euro auch nur 1,3 Millionen Euro als wirklich getätigte Erlöse bestätigt.
