Gericom löst ComRoad im NEMAX 50 ab
Die Deutsche Börse hat Konsequenzen aus dem Bilanzskandal des Telematik-Unternehmens ComRoad gezogen und dieses vom Neuen Markt ausgeschlossen.
Den frei gewordenen Platz im "Eliteindex" des Neuen Marktes, dem NEMAX 50, wird der Linzer Notebook-Hersteller Gericom ab kommenden Montag einnehmen, teilte die Deutsche Börse am Freitag in einer Aussendung mit.
Gericom ist damit das zweite österreichische am Neuen Markt notierte Unternehmen nach AT&S, das im NEMAX 50 vertreten sein wird.
Gericom ist mit einem Marktanteil von 13 Prozent in Deutschland und von 25,4 Prozent in Österreich im Notebook-Bereich die Nummer eins.
26,5 Millionen Euro Gewinn
Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seine
Planzahlen bei weitem übertroffen. Der Jahresüberschuss konnte auf
18,4 Millionen Euro verdoppelt werden. Das Ergebnis vor Zinsen und
Steuern [EBIT] stieg gar um 78,9 Prozent auf 26,5 Millionen Euro und
lag damit um gut 25 Prozent über dem IPO-Plan von 21,2 Millionen
Euro. Der Umsatz wuchs, wie bereits im Februar avisiert, um 62,3
Prozent auf knapp 540 Millionen Euro und bewegte sich damit
ebenfalls um knapp ein Viertel über den eigenen Prognosen. Der
Gewinn je Aktie kletterte von 1,05 auf 1,69 Euro [36 Prozent über
Plan].
Gericom mit 79 Prozent mehr GewinnUnrichtige und unvollständige Angaben
Als Grund für den Ausschluss von ComRoad gab die Deutsche Börse das "grob pflichtwidrige Verhalten durch inhaltlich unrichtige und unvollständige Angaben im Jahresabschluss 2001" an.
Die ComRoad-Aktien werden ab Montag stattdessen im Geregelten Markt gehandelt.
ComRoad hatte in erheblichem Umfang Umsätze ausgewiesen, die zum größten Teil nicht erwirtschaftet wurden. Gerade für den Neuen Markt seien die strengen Anforderungen an die Finanzberichterstattung ein wichtiges Qualitätsmerkmal, so die Deutsche Börse.
