Der letzte Zeuge gegen Microsoft
Der letzte Zeuge der Anklage im Kartellprozess gegen Microsoft, Berkeley-Professor Carl Shapiro, fordert weit reichende Sanktionen gegen den Softwarekonzern, um den Wettbewerb wiederherzustellen.
Der ehemalige Wirtschaftsberater der Clinton-Regierung definierte damit erstmals die Ziele der klagenden Bundesstaaten in dieser Prozessrunde.
"Wir können einfach nicht diese weit reichenden Wettbewerbsfaktoren wiederholen, die vor sechs Jahren das Monopol von Windows bedroht hatten", erklärte Shapiro vor Gericht. "Die klare Implikation daraus ist, dass weitgehende Maßnahmen notwendig sind, um einen wirklichen Wettbewerb wiederherzustellen."
In der vermutlich entscheidenden Runde des Kartellprozesses gegen Microsoft verlangen neun klagende US-Bundesstaaten seit drei Wochen schärfere Strafen gegen den Softwareriesen. Vor einem Distriktgericht in Washington schilderten die Anwälte Microsoft als einen "reuelosen Monopolisten", der seine Konkurrenten weiter bitter bekämpfe.
Microsofts Anwälte in voller FahrtIllegale Behinderungen
Microsoft habe in der Vergangenheit Gefahren für seine Marktposition wie Netscape und Java illegal behindert, meinte Shapiro.
Die beschlossenen Maßnahmen sollten daher die Barrieren zwischen den einzelnen Welten abbauen. So fordert Shapiro, dass Microsoft unter anderem gezwungen wird, den Source-Code seines Internet Explorers freizugeben.
Microsoft-Anwalt Michael Lacovara kritisierte diese Forderungen als "rough justice". Gleichzeitig stehe damit nicht fest, dass die Wettbewerbssituation verbessert werde.
Nach Ansicht von Shapiro sollten die Konsumenten von einer derartigen Regelung allerdings in jedem Fall profitieren. Microsoft sei in diesem Fall gezwungen, die Entwicklung seiner Produkte schneller voranzutreiben, unabhängig ob der Wettbewerb wiederhergestellt werde.
