Befragung Milosevics zu Telekom-Deal
Der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic soll im UNO-Kriegsverbrechertribunal nun auch von italienischen Ermittlern einvernommen werden.
Laut der jugoslawischen Presseagentur Tanjug sind drei Ermittler am Montag nach Den Haag abgereist.
Italienische Ermittler interessieren sich demnach für einen fünf Jahre zurückliegenden Verkauf der serbischen Telekom an die Telecom Italia. Diese hatte für den Erwerb von 29 Prozent an der Telekom 460 Millionen Euro bezahlt.
Ermittlungen gegen TI-TopmanagerRegime mit Geldbedarf
Der Telekom-Verkauf war zu Stande gekommen, als das Regime von Milosevic nach mehrmonatigen Oppositionsprotesten stark erschüttert wurde.
Italienische Ermittler untersuchen schon seit längerer Zeit die Gerüchte, wonach der Telekom-Verkauf erst durch hohe Bestechungsgelder an die Vermittler ermöglicht wurde.
Das Interesse der Ermittler gilt auch der eventuellen Verwicklung des damaligen italienischen Außenministers Lamberto Dini in das strittige Telekom-Geschäft. Es ist allerdings unsicher, ob Milosevic überhaupt bereit sein wird, mit den italienischen Ermittlern zu sprechen.
