07.04.2001

SCHMIERT SLOBO

Bildquelle: telecom italia

Ermittlungen gegen TI-Topmanager

Die Ermittlungen der Turiner Staatsanwaltschaft im Fall der mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen der Telecom Italia an das Regime des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic bei der Übernahme einer 29-prozentigen Beteiligung an der serbischen Telekom im Jahr 1997 laufen auf Hochtouren.

Nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica", die den Skandal ans Licht gebracht hat, wird gegen den Topmanager Tomaso Tommasi Di Vignano ermittelt, der 1997 den Posten des Geschäftsführers des italienischen Telekommunikationsriesen inne hatte. Ihm werden Korruption und Bilanzfälschung vorgeworfen.

Auch Ex-Präsident unter Verdacht

In den letzten Tagen haben die Ermittler auch den ehemaligen jugoslawischen Botschafter beim Heiligen Stuhl, Dojcilo Maslovaric, der als Vermittler und Kassier Milosevics in der Telekom-Affäre gilt, einvernommen.

Laut den Ermittlern ist er die Schlüsselfigur, die die Schmiergelder für Milosevic auf zwei Bankkonten in London und Frankfurt verwaltet hatte. Vernommen wurde auch der Präsident der Telecom Italia im Jahr 1997, Guido Rossi.

Weitere Vorwürfe

Für eine Debatte sorgte in Italien auch das Interview des ehemaligen Direktors der für ausländische Akquisitionen zuständigen Telecom Italia-Tochter Stet International, Mario Agliata, mit der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale".

Agliata berichtete, seine Vorgesetzten hätten ihn überredet, den Vertrag mit Telekom Serbia zu unterzeichnen. "Stet International konnte nichts unternehmen, was nicht von der Telecom bereits beschlossen worden war", so Agliati.