Geschäft gegen Aussage im Kartellprozess
Im Kartelprozess gegen Microsoft haben die Anwälte des Konzerns eine E-Mail als Beweis dafür vorgelegt, dass der Zeuge der Anklage Mitchell Kertzman, CEO von Liberate Technologies, im letzten Jahr angeboten habe, öffentlich für Microsoft auszusagen - wenn ein von ihm angestrebtes Geschäft zu Stande käme.
Demnach wollte Kertzman Microsofts Abteilung für interaktive TV-Software übernehmen und dafür mit Aktien seines Unternehmens bezahlen.
Microsoft lehnte den Deal allerdings rundweg ab und verwendet jetzt die entsprechende E-Mail, um die Aussage Kertzmans als Zeuge der Anklage zu entwerten.
In der vermutlich entscheidenden Runde des Kartellprozesses gegen Microsoft verlangen neun klagende US-Bundesstaaten seit zwei Wochen schärfere Strafen gegen den Softwareriesen. Vor einem Distriktgericht in Washington schilderten die Anwälte Microsoft als einen "reuelosen Monopolisten", der seine Konkurrenten weiter bitter bekämpfe.
Microsofts Anwälte in voller FahrtGeldstrafe gefordert
Zuvor hatte Kertzman in seiner Aussage Microsoft schwer belastet. Demnach drängt der Konzern mit unlauteren Methoden auf den Markt für TV-Set-Top-Boxen und bringt so kleinere Konkurrenten in Gefahr.
Kertzman forderte allerdings, dass Microsoft nicht mit Einschränkungen seines Geschäftsgebahrens bestraft werden soll, sondern mit empfindlichen Geldstrafen.
