Aktuelle "Steckbriefe" aufs Handy
US-Polizisten könnten sich zukünftig über ihre Handys mit fest installierten Gesichtserkennungs-Systemen vernetzen, die derzeit vermehrt auf Flughäfen aber auch in Innenstädten installiert werden.
"Erkennt" das System eine verdächtige oder gesuchte Person, kann es mit der soeben vorgestellten Technologie das entsprechende Bild und die Kameraposition auf die Handy-Displays von Polizeibeamten schicken, die in der Gegend im Einsatz sind.
Die so alarmierten Beamten können dann mit dem "Steckbrief" auf dem Display die entsprechende Person im Umkreis der Kamera suchen und deren Identität vor Ort überprüfen.
Biometrie-Spezialist
Das neue System wurde von Visionics, einem auf Gesichtskontrollen und Fingerabdrücke spezialisierten Unternehmen, zusammen mit Wirehound entwickelt, das die entsprechende Handy-Software auf Java-Basis beisteuert.
Vorgeführt wurde das mobile Steckbrief-System mit Motorola-Handys mit Farbdisplays. Diese können jeweils eine Reihe von Bildern speichern, so dass ein Beamter nach mehreren Personen Ausschau halten kann.
Identix, Anbieter von Fingerabdruck-Systemen, hat unlängst in einer "Fusion unter Gleichen" Visionics übernommen.
Eine biometrische ElefantenhochzeitDatenschützer alarmiert
Für Bürgerrechtsgruppen und Datenschützer, die biometrische Systeme wie die Gesichtserkennung ohnehin kritisch sehen, ist der Steckbrief-Alarm für das Polizei-Handy allerdings ein weiterer Schritt in die falsche Richtung:
"Dies ist fast schon die Umkehrung des Prinzips, nach dem Personen so lange als unschuldig gelten, bis sie einer konkreten Tat überführt worden sind," kommentierte ein Vertreter des Electronic Privacy Information Center [EPIC].
Electronic Privacy Information CenterHandys im Polizeitrend
Einen anderen Weg, Handys zur "Verbrecherjagd" einzusetzen, bestreitet derzeit die japanische Polizei:
Die Polizei von Osaka will die zunehmende Verbreitung von Mobiltelefonen mit Kameras nutzen. Die Behörden richten eine eigene Hotline ein, an die Opfer oder Zeugen von Verbrechen Fotos und Videoclips senden können.
Die Polizei entschloss sich zu dieser Maßnahme nach einer plötzlichen Zunahme von Handtaschen-Diebstählen. Die Bürger sollen ihre Mobiltelefone dazu benutzen, Bilder von den Tätern und von bei einem Verbrechen verwendeten Fahrzeugen an die Polizei zu senden.
Das eingesandte Material soll der Identifikation und Verfolgung der Täter dienen.
Mit dem Handy auf "Verbrecherjagd"
