27.03.2002

PROZESS

Der Musikindustrie in die Karten gucken

Im Verfahren der US-Musikindustrie gegen Napster hat die Richterin Marilyn Hall Patel der Musiktauschbörse bis Januar 2003 Zeit gegeben, ihren Rechtsstandpunkt zu beweisen.

Napster behauptet, dass die klagenden Musiklabels die Urheberrechte an zahlreichen Songs gar nicht besitzen und ihre Copyright-Rechte missbrauchen, um Konkurrenz zu verhindern.

Patel gewährt Napster nun Zugang zu mehr Dokumenten der Musikindustrie als den Labels lieb ist. Dadurch hat Napster die Möglichkeit seine Argumentation zu untermauern.

Hunderttausende Seiten

Die Dokumente, die die Musikunternehmen dem US-Justizministerium übermitteln mussten, umfassen mehrere Hunderttausend Seiten.

Sollte Napster der Beweis gelingen, könnte sich das Blatt wenden und die Tauschbörse Schadenersatzforderungen an die Labels stellen.

Vertreter der Musikunternehmen gaben sich jedoch gelassen. Das übermittelte Material werde die Position der Musikindustrie bestätigen, Richterin Patel habe bisher nur eine Seite der Geschichte gehört.