T-Onlines Problem mit Auslandstöchtern
Der größte Internet-Anbieter in Europa, T-Online, wird Analysteneinschätzungen zufolge am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Bilanz für das Jahr 2001 einen weiter gesunkenen operativen Verlust ausweisen.
Während das von der Deutschen Telekom zu mehr als 80 Prozent kontrollierte Unternehmen Ende November ein negatives EBITDA [Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen] von unter 200 Millionen Euro für 2001 prognostizierte, rechnen von Reuters befragte Analysten im Durchschnitt nun mit einem negativem EBITDA von 186,6 Millionen Euro.
1,15 Milliarden Euro Umsatz
Für das vierte Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres erwarten
die Analysten, dass die operativen Verluste weiter auf 27,3
Millionen Euro nach 34,8 Millionen Euro im dritten Quartal gesunken
sind. Der Umsatz soll den Experten zufolge im Gesamtjahr 1,15
Milliarden Euro erreicht haben.
Fusion von Bild.de und T-OnlineAuslandstöchter arbeiten unprofitabel
Für das vierte Quartal werden Erlöse von 324,6 Millionen Euro erwartet, nach 270 Millionen Euro im Vorquartal.
Abgesehen vom Internet-Geschäft in Deutschland arbeiten die ausländischen Tochtergesellschaften in Spanien, Frankreich, Österreich und der Schweiz, die Internet-Portale T-Info und T-Travel sowie die gemeinsamen Aktivitäten mit dem Springer-Verlag nicht profitabel.
Die Auslandstöchter hatten im dritten Quartal 2001 lediglich ein Zehntel des Umsatzes, aber rund ein Viertel des Verlusts verursacht.
Analysten sehen Überbewertung der Aktie
Nach fortgesetzten Spekulationen über die Zukunft der
ausländischen Töchter dürfte daher vor allem die weitere
Geschäftsentwicklung nach den jüngsten Effizienzsteigerungen im
Mittelpunkt des Interesses stehen. Seit Monaten weisen zahlreiche
Analysten auf eine ihrer Meinung bestehende Überbewertung der Aktien
von T-Online im Vergleich zur Branche hin. Seit Jahresbeginn pendeln
die Papiere zwischen elf und 14 Euro.
T-Online nicht "größter Provider Europas"
