Chipkarte darf Bürgerkarte werden
Nach Ansicht des Rundfunk- und Telekomregulator [RTR], unter anderem Aufsichtsstelle für die elektronische Signatur, könnte die Sozialversicherungs-Chipkarte auch für die derzeit diskutierte Bürgerkarte herhalten.
"Das macht durchaus Sinn", meinte RTR-Rechtsexperte Dieter Kronegger im Rahmen eines Pressegesprächs.
Karte mit digitaler Signatur verknüpfen
Da es wenig zweckmäßig sei, sensible Krankheitsdaten auf der
Sozialversicherungskarte zu speichern, könnte die Karte ohneweiters
mit einer digitalen Signatur verknüpft werden, so der Experte.
Chipcard darf nicht Bürgerkarte werdenSteuererklärung via Internet
Dank so einer sicheren digitalen Signatur - ein Buchstaben- und Zahlenschlüssel, der einer bestimmten Person zugeordnet ist und der auch auf anderen Chipkarten gespeichert werden kann - sollen künftig Behördenwege auch über das Internet abgewickelt werden.
Bereits möglich sind Gewerbeanmeldungen und Sozialversicherungsanträge via Internet.
Ab kommendem Jahr soll jeder Österreicher auch seine Steuererklärung via Internet abgeben können.
Bisher nur ein Zertifikats-Anbieter
Derzeit gibt es in Österreich nur einen Anbieter, der
qualifizierte Zertifikate für die sichere Signatur vergeben darf.
Die RTR erwartet aber noch mindestens einen weiteren Anbieter im
Laufe dieses Jahres. Insgesamt erwartet der Regulator im heurigen
Jahr etwa 100.000 qualifizierte Zertifikate in Österreich.
Fluch und Segen der Bürgerkarte2 Euro pro Zertifikat
Da jedes qualifizierte Zertifikat über die RTR eingerichtet wird, bedeutet die elektronische Signatur auch eine zusätzliche Einnahmequelle für den Regulator.
Pro Zertifikat erhält die RTR immerhin 2 Euro [27,5 ATS].
