Eine Roboter-Rallye für Europa
In Deutschland findet nächste Woche die erste europäische Roboter-Rallye statt: 21 Jeep-ähnliche Gefährte müssen dabei unter Einsatzbedingungen selbstständig durch unwegsames Gelände fahren, Wirtschaft und Militär wollen dabei neue Technologien herzeigen und evaluieren.
Nach dem Vorbild der DARPA Grand Challenge, bei der autonome Roboterfahrzeuge alljährlich in der Mojave-Wüste eine Art Hindernis-Parcours bewältigen, findet nächste Woche in Deutschland das erste "European Land-Robot Trial" [ELROB] statt.
Vom 16. bis 18. Mai wird der Truppenübungsplatz im unterfränkischen Hammelburg zum Schauplatz für "intelligente" Roboter-Fahrzeuge.
Als Leistungsschau konzipiert
In der Leistungsschau demonstrieren Unternehmen, Universitäten und Institute aus mehreren europäischen Ländern die Leistungsfähigkeit ihrer Roboter.
Diese müssen unter realen Einsatzbedingungen in mehreren Parcours selbstständig durch unterschiedliches Gelände fahren, Hindernisse überwinden und verschiedene Aufgaben lösen.
Im Wettbewerb stehen 21 Mannschaften aus England, Frankreich, Portugal und der Schweiz, zwölf Teams kommen aus Deutschland.
Auf der Website des "European Land-Robot Trial" finden sich Informationen zu den startenden Teams, Zeitplan und Hintergünde.
Hindernisse, Zusatzaufgaben und Fallen
Im Gegensatz zur amerikanischen DARPA-Challenge, bei der nur US-Teams antreten dürfen, gibt es beim ELROB keinen Millionenpreis. Laut den Veranstaltern gehe es in erster Linie darum, neue Technologien zu evaluieren.
Das Gelände in Hammelburg stellt die Teams dabei vor einige schwierige Aufgaben: Während die nicht-bebaute Strecke mit Löchern, Stacheldrahtzaun, Steigungen bis zu 40 Grad und Feuer versehen wird, erfordert ein Parcours im urbanen Umfeld die Überwindung von Treppen, teilweise verfallenen Gebäuden und schlechter Sicht durch Rauchentwicklung.
Entlang des Weges werden zudem Objekte platziert, die die Fahrzeuge auflesen oder untersuchen müssen. Als zusätzliche Schwierigkeit werden "militärische" Hindernisse eingebaut, von falschem Sprengstoff bis zu Landminen. Alles in allem sei der Bewerb sehr realistisch gestaltet, so die Veranstalter.
Bei der zweiten "Grand Challenge" im vergangenen Herbst konnte ein selbstständig fahrender VW-Geländewagen die 212 Kilometer lange Strecke am schnellsten bewältigen.
Der Ablauf
Am 16. Mai werden bei der Eröffnungsveranstaltung neben Vertretern der Wirtschaft hochrangige Vertreter aus dem militärischen Bereich erwartet.
Am 17. und 18. Mai werden die Roboter dann ihre Fähigkeiten in den verschiedenen Wettbewerben in bebautem und unbebautem Gelände unter Beweis stellen.
