EU entscheidet über HP-Compaq
Das Schicksal der geplanten 25 Milliarden Dollar schweren Fusion zwischen den beiden US-Unternehmen Compaq und Hewlett-Packard [HP] könnte sich in Europa entscheiden.
Der europäische Wettbewerbskommissar Mario Monti muss dem Zusammenschluss bis zum 31. Jänner zustimmen oder die Entscheidung um weitere vier Monate für zusätzliche Recherchen vertagen.
Anwälten in Brüssel zufolge wird die Entscheidung sehr knapp ausfallen.
Europäische Kommission für WettbewerbEinfluss auf US-Entscheidung
Die Fusion zwischen den beiden Computer-Herstellern sieht sich der starken Kritik der Aktionärsfamilien von HP gegenüber.
Da HP seine Aktionäre erst nach der europäischen Zulassung über das Zusammengehen abstimmen lässt, wird die Brüsseler Entscheidung einigen Einfluss auf die Stimmung in den USA haben.
Elefantenhochzeit könnte kippen
Die Übernahme Compaqs durch HP droht am Widerstand der Familien
der HP-Firmengründer zu scheitern. Die einflussreichen Nachkommen
der Gründer William Hewlett und David Packard, die zusammen rund 18
Prozent der Aktien kontrollieren, lehnen das Geschäft geschlossen
ab.
Familien sind dagegen"New HP" wäre größter Server-Hersteller
Auf den ersten Blick erscheint das Zusammengehen von HP und Compaq für den europäischen Markt unkritisch.
Im Bereich Desktop-PCs und Laptops würden HP und Compaq nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens International Data Corp zusammen "nur" 25 Prozent des Marktes kontrollieren.
Anders sieht es auf dem Server-Markt aus. Derzeit liegt Compaq auf dem europäischen Server-Markt auf Platz zwei, HP belegt den dritten Platz.
Die "New HP" würde zum größten Server-Hersteller in Europa aufsteigen, vor IBM und Sun Microsystems.
Gleichzeitig könnte die "New HP" auf dem Beratungs- und Wartungsmarkt für Server ein Gegengewicht zu IBM bilden, was wiederum für die Fusion spräche.
