17.01.2002

BETEILIGUNG

UPC-Mutter verzichtet auf Premiere

Die Aufgabe der Beteiligungspläne am Pay-TV-Sender Premiere World hat die Chancen für eine Genehmigung des milliardenschweren Kabelnetzkaufs durch Liberty Media offenbar nicht erhöht.

"An unseren Bedenken hat sich nichts geändert", sagte Kartellamtschef Ulf Böge der "Berliner Zeitung".

Kritische Größe

Das Bundeskartellamt sieht die von Liberty gewünschte Doppelrolle als Kabelnetzbetreiber und Inhalteanbieter kritisch, die in dieser Größenordnung einmalig auf dem deutschen Markt wäre.

Die parallel beantragte Anteilsübernahme an dem Bezahlfernsehen Premiere World schuf deshalb zusätzliche Probleme. Deshalb wurde die Aufgabe der Beteiligungspläne als Entgegenkommen gegenüber den Bonner Wettbewerbshütern interpretiert.

Das Bundeskartellamt will bis zum 28. Februar entscheiden, ob der Kabelnetz-Kauf genehmigt wird.

Der Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Hans Hege, sah in der Aufgabe der Premiere-Pläne durch Liberty einen taktischen Schachzug, um ein Verbot der Kabel-Übernahme durch die Behörde zu verhindern. "Das gehört zur Dramaturgie im Kartellverfahren", sagte er der Zeitung. Liberty könne auch durch eine Kooperation mit Kirch sein Ziel erreichen, Alleinvermarkter von Pay-TV-Angeboten in Deutschland zu werden.