17.01.2002

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Ein Handynetz für Kabul

Seit Mittwoch gibt es in der afghanischen Hauptstadt Kabul erstmals ein funktionierendes Mobilfunknetz.

Die Vereinten Nationen [UNO] sorgten nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem schwedischen Mobiltelefon-Hersteller Ericsson für die Installation.

Ericsson stellt 200 Geräte und die nötigen technischen Einrichtungen, die UNO übernimmt die Kosten für Telefonate für ein halbes Jahr. Mit dem Mobilfunknetz soll den Angaben zufolge sichergestellt werden, dass vor allem UNO-Beamte und Minister der neuen Übergangsregierung in dem durch jahrelangen Bürgerkrieg ruinierten Land Kontakt mit der Außenwelt halten können.

Analog-Systeme vor dem Zusammenbruch

Ganz Afghanistan mit einer Gesamtbevölkerung von etwa 25 Millionen verfügt über höchstens 50.000 Telefonanschlüsse, die auf zumeist vollkommen veralteten, kaum gewarteten Analog-Systemen mehr oder weniger schlecht funktionieren.

Wenig Begeisterung fand die Handy-Initiative der UNO beim neuen Kommunikationsminister Afghanistans, Abdul Rahim, der sich beklagte, er sei von dem Vorhaben der UNO nicht ordnungsgemäß informiert worden.

Ein Handy für den Minister

Ein Sprecher des Welternährungsprogramms der UNO, das die Koordinierung mit Ericsson besorgte, erklärte dazu, es handle sich nicht um ein kommerzielles Netz, aber Minister Rahim werde selbstverständlich sehr bald ein eigenes Handy bekommen, dann könne er damit telefonieren.

Neue Leitungen

Rahim hat große Pläne, was die Renovierung des Telefonnetzes in Afghanistan angeht. Ihre Realisierung dürfte aber weitgehend von ausländischer Geber-Freundlichkeit abhängen. Die Kassen der Regierung in Kabul sind leer.