15.12.2001

TELEKABEL

Bildquelle: orfon

Liberty Media greift nach Kirch

Neben der durchaus kontrovers verlaufenden Übernahme der Kabel-TV-Netze der Deutschen Telekom macht der US-Kabelnetz-Betreiber Liberty Media nun auch Schlagzeilen im Content-Bereich.

Libertys CEO John Malone habe dem bedrängten Medienunternehmen Kirch ein "verklausuliertes Übernahmeangebot" zukommen lassen, berichtet "Der Spiegel" in seiner Montagausgabe.

Am Donnerstag hatte die Kirch-Gruppe noch Zeitungsberichte zurückgewiesen, denen zufolge der in seiner Branche gefürchtete Malone mit dem Konzern "über eine Verbesserung dessen Liquiditätslage" gesprochen habe.

Ein "Hilfe"-Angebot

In einer E-Mail soll Liberty Media laut "Spiegel" Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn Hilfe angesichts der "momentanen Situation" des Konzerns angeboten und diesen um einen "zweckdienlichen Vorschlag" gebeten haben.

Sinnvoller Einstieg

Liberty Media will für 5,5 Milliarden Euro den Großteil des deutschen TV-Kabelnetzes von der Deutschen Telekom übernehmen.

Ein Einstieg bei Kirch würde vor diesem Hintergrund allgemein als sinnvoll betrachtet, da Liberty Media auf diese Weise Zugriff auf notwendige Programminhalte erhalten könnte.

Wer bei Premiere den Ton angibt

Das deutsche Kartellamt soll bis zum 28. Februar 2002 über den Antrag von Liberty entscheiden.

Unterdessen hat Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn die Partnerschaft mit Rupert Murdoch beim Bezahlfernsehen Premiere bekräftigt.

Die KirchGruppe wolle Premiere weiter mit einem Partner betreiben und bevorzuge dabei den Medienunternehmer Murdoch, sagte Hahn in einem Interview mir der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Liberty Media ist zugleich Muttergesellschaft des größten europäischen Kabelnetz-Betreibers UPC, dem maßgeblichen Anbieter von Internet-Zugängen über Kabel-TV-Netze in AT