AOL unterstützt Microsoft-Konkurrenz
Das von 33 führenden IT-Unternehmen gegründete "Liberty Alliance Project" für eine offene Lösung von Authentifizierung im Netz bekommt Unterstützung von AOL und entwickelt sich damit zu einer echten Konkurrenz zu Microsofts entsprechendem Projekt "Passport".
Technische Details zur Authentifizierung gibt es derzeit allerdings noch nicht. Selbst die Bezeichnung "Liberty Alliance Project" gilt nur als Codename.
Bisher hatte AOL davon gesprochen, ein eigenes Authentifizierung-Service zu entwickeln ["Magic Carpet"].
Die Allianz
Unter den ersten Mitgliedern der Allianz waren neben Cisco, Sun,
Vodafone, NTT DoCoMo, Nokia und Sony auch allerhand Schwergewichte
aus der Old Economy wie Bank of America, Fidelity Investments und
General Motors. Mit Tim O'Reilly, Gründer des Technologieverlags
O'Reilly & Associates, ist einer der bekanntesten Proponenten von
Open-Source-Software an der Gründung beteiligt.
Projectliberty.orgViel zu wichtig
Microsofts Passport-Service ist in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik von Daten- und Konsumentenschützern geraten, und das "Liberty Alliance Project" wurde auch explizit gegründet, um ein weiteres MS-Monopol zu verhindern.
Zentrales Argument der Alliierten ist, dass die Verwaltung von Netzidentität - ein Benutzername und ein Passwort für möglichst viele Websites - viel zu wichtig ist, um sie in die Hände einer einzigen Firma zu legen.
Die Alliance tritt laut einem Sun-Vertreter für eine dezentrale Verwaltung dieser Daten ein, für einen offenen Standard und Open-Source-Software.
Liberty Alliance gegen MicrosoftAOL entscheidend
Microsoft hat nach der heftigen Kritik seine Strategie für das Passport-Service schon im September geändert. Konkurrenten und andere interessierte Unternehmen sind seitdem eingeladen, den Dienst zu einer universellen "Single Sign-on"-Lösung für das Internet zu machen.
Die eventuelle Beteiligung AOLs an Passport oder dem "Liberty Alliance Project" galt seitdem als entscheidender Faktor für den dauerhaften Erfolg für die Services.
Microsoft dürfte demnach über den Schritt des weltweit größten Providers nicht besonders erfreut sein.
