Liberty Alliance gegen Microsoft
Das von 33 führenden IT-Unternehmen gegründete "Liberty Alliance Project" für eine offene Lösung von Authentifizierung im Netz ist klar "als Alternative zu Microsofts Passport ausgerichtet". So Donatus Schmid, CEO von Sun Österreich, nach der heutigen Präsentation des Projekts zur FuZo.
Zentrales Argument der Alliierten ist, dass die Verwaltung von Netzidentität - ein Benutzername und ein Passwort für möglichst viele Websites - viel zu wichtig sei, um sie in die Hände einer einzigen Firma zu legen.
Die Liberty Alliance trete, so Schmid, für eine dezentrale Verwaltung dieser Daten ein, für einen offenen Standard und Open-Source-Software.
Die Allianz
Unter den ersten Mitgliedern der Allianz waren neben Cisco, Sun,
Vodafone, NTT DoCoMo, Nokia und Sony auch allerhand Schwergewichte
aus der Old Economy wie Bank of America, Fidelity Investments und
General Motors. Mit Tim O'Reilly, Gründer des Technologieverlags
O'Reilly & Associates, ist einer der bekanntesten Proponenten von
Open-Source-Software an der Gründung beteiligt.
Projectliberty.org"Vertrauenswürdiges Netzwerk"
"Weil diese Technologie so wichtig ist, herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass sie keinesfalls von nur einer einzigen Seite kontrolliert werden darf. Was wir vielmehr brauchen ist ein offenes, verteiltes System, dessen Implementierungen von mehreren Technologieherstellern angeboten wird und dessen Identitäten von vielen Parteien ausgegeben wird, die einem vertrauenswürdigen Netzwerk angehören", sagte O'Reilly.
Statt Microsoft vertrauen zu müssen, könne man sich bei der Allianz einen Partner aussuchen, dem man am meisten vertraue. Vor allem Unternehmen würden nicht gezwungen, ihre Kundendaten auszuliefern.
Microsoft PassportDaten-Roaming statt zentrales Speichern
Statt sie zentral zu speichern, setze die Allianz auf restriktiven Datenaustausch wie in der Mobiltelefonie beim Roaming üblich, wo der Netzbetreiber seinem Romaing-Partner nur die absolut notwendigen Daten über seinen Kunden übermittle.
Als Ziel habe man sich ein halbes Jahr gesetzt, die technische Umsetzung sei nämlich das wenigste, sagt Schmid.
Alle nötigen Bestandteile für ein Netz des Vertrauens seien längst vorhanden, eingebunden werden sollen nun neben Desktop-Systemen und Mobiltelefonen auch TV, Autos, Kreditkarten und Point-of-Sale-Terminals.
