Milliardenstrafe als Wettbewerbsvorteil
Die geplante Milliardenspende von Microsoft für amerikanische Schulen zur Beilegung von mehr als 100 Sammelklagen ist von der Konkurrenz scharf kritisiert worden.
Die Spende könnte die Produkte anderer Unternehmen aus den Schulen drängen, beklagten heute verschiedene Software-Hersteller sowie die Lobbygruppe "Computer and Communications Industry Association".
Nach einem Vergleichsvorschlag soll der weltgrößte Softwarekonzern in den kommenden fünf Jahren mehr als 14.000 der ärmsten Schulen in den USA mit Computern und Software ausstatten. Im Gegenzug würden mehr als 100 Sammelklagen von Privatleuten zurückgenommen.
Zivilklagen durch Milliardenspende beilegenStrafe als Wettbewerbsvorteil
Eine Lösung, die das Verschenken von Microsoft-Programmen beinhalte, weite die Vormachtstellung des Softwaregiganten nur auf Kosten der Wettbewerber aus, sagte Bruce Hammond, Chef von Gobe.com.
Gobe.com produziert Schulsoftware, darunter auch eine speziell für Kinder angepasste Textverarbeitung, die nun durch Microsoft Word verdrängt werden könnte.
Lobbyarbeit
Ed Black, Präsident der von Microsoft-Konkurrenten unterstützten Vereinigung "Communications Industry Association" wandte sich in einem Brief an Richter J. Frederick Motz ebenfalls gegen den Vergleich.
Die angestrebte Einigung verhindere keinesfalls künftige Verstöße von Microsoft gegen das Wettbewerbsrecht und werde den betroffenen Technologiemärkten großen Schaden zufügen.
Computer and Communications Industry AssociationApple als Verlierer
Nach Ansicht von Marktbeobachtern könnte einer der Verlierer des ins Auge gefassten Microsoft-Vergleichs Apple Computer sein. Der kalifornische PC-Hersteller ist neben dem texanischen Hersteller Dell der führende Ausstatter für Schulcomputer.
Ein massive Microsoft-Spende werde den Anteil der Windows-Rechner an den US-Schulen in die Höhe treiben und andere Plattformen möglicherweise verdrängen.
