Kinder stürmen das Netz
Die Zahl der im Internet surfenden Kinder hat sich in den vergangenen zwei Jahren fast verdreifacht.
Inzwischen nutzen 1,54 Millionen oder 35 Prozent aller deutschen Kinder zwischen 8 und 12 Jahren das Internet, wie aus der Studie "Online Kids 2001" der Münchener Forschungsgesellschaft "iconkids & youth" hervorgeht.
Die größte Herausforderung der Internet-Industrie
1999 waren es noch 535.000 Kinder. Für Mary Modahl,
Vizepräsidentin von Forrester Research, sind die jungen Nutzer die
größte Herausforderung der Internet-Industrie. Auf die deutlich
veränderten Internet-Interessen und Gewohnheiten der heute acht- bis
21-jährigen müsste sich die Branche schon jetzt vorbereiten.
Kriminologe fordert Kinder-FilterUmgang mit PC nichts Besonderes
"Noch ändern die neuen Medien die Ansprüche der Menschen, in der Zukunft wird es umgekehrt sein", sagte Modahl.
Die nachkommende Generation der Internet-Nutzer sei bereits im Zeitalter des PCs und der Entwicklung neuer Technologien aufgewachsen.
"Für sie ist der Umgang mit dem PC, das Chatten im Internet und der Gebrauch des Handys als Kommunikationsmittel selbstverständlich."
Unterschiedliche Verhaltensweisen
Das Verhalten von jungen Leuten und Kindern im Internet
unterscheide sich von dem der Erwachsenen. "Erwachsene eignen sich
nach und nach die Möglichkeiten des Internets an und bevorzugen
Inhalte wie Nachschlagewerke", sagte Modahl. Junge Konsumenten
"internalisieren" dagegen das Netz. Sie verständigten sich mit einer
Vielzahl von anderen Internet-Nutzern und sehen den PC nicht als
fertiges Produkt, sondern als ein stets erweiterbares Hilfsmittel
an.
Forrester ResearchAustausch von Musik und Software
Die nachfolgende Generation tausche auch Musik, Software und andere Dateien aus.
"Auch darauf muss sich die Internet-Industrie künftig einstellen", sagte Modahl. Man könne zwar Angebote wie die Musik-Tauschbörse Napster kommerzialisieren oder vom Netz nehmen.
Den privaten Austausch von Dateien auch im großen Stil könne die Industrie jedoch auf lange Sicht nicht verhindern.
Keine kindergerechten Computermäuse
Trotz der steigenden Zahl von jungen Nutzern gibt es bis heute
keine kindergerechten Computermäuse. Diese seien für Erwachsene
gemacht und für Kinderhände viel zu groß, warnt etwa die deutsche
Humanbiologin Inge Schröder.
Computermäuse zu groß für Kinderhände
