Ericsson macht 611 Millionen Euro Verlust
Der schwedische Telekommunikationskonzern Ericsson fährt mit dem Handy-Verkauf weiter hohe Verluste ein und prophezeit der Branche weltweit einen Schrumpfungsprozess.
Wie der viertgrößte Mobiltelefonhersteller der Welt am Freitag in Stockholm mitteilte, brachte das dritte Quartal einen Verlust von 5,8 Milliarden Kronen [611 Mill. Euro].
16 Milliarden Kronen Verluste
Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte Ericsson 4,5 Mrd.
Gewinn erzielt. Seit Beginn dieses Jahres betragen die Verluste 16
Mrd. Kronen.
Ericsson mit "Krisenstab" gegen Handy-VerlusteMinus von zehn Prozent
Obwohl die Verluste aus dem Handy-Geschäft deutlich höher ausfielen als von Analysten erwartet, zogen die Ericsson-Aktienkurse in Stockholm nach Veröffentlichung der Zwischenbilanz bis Mittag um 3 Prozent auf 49 Kronen an.
Als wichtigsten Grund nannten Beobachter den positiven Geschäftsverlauf bei Mobilsystemen und die optimistischen Prognosen für diesen Geschäftsbereich, bei dem die Schweden Branchengrößter sind.
Vom vierten Quartal an vermindern sich auch die Handy-Verluste für Ericsson wegen der zum 1. Oktober verwirklichten Mobiltelefon-Allianz mit Sony im Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson.
2000: Fertigung von Mobiltelefonen ausgelagert
Das schwedische Unternehmen hatte bereits im letzten Jahr die
gesamte Fertigung von Mobiltelefonen an den US-Konzern Flextronics
ausgelagert.
Ericsson verzichtet auf Handy-Produktion10 Prozent der Stellen gestrichen
Für das kommende Jahr sagt Ericsson ein Rückgang für die Telekommunikationsbranche von weltweit bis zu zehn Prozent voraus. Bisher hatte das Unternehmen noch ein schwaches Plus erwartet.
Ericssons Vorstandschef Kurt Hellström erklärte, sein Unternehmen benötige trotz dieser Perspektive und der hohen Verluste kein zusätzliches Kapital.
Er verwies auf "unerwartet schnelle" Effekte eines seit eineinhalb Jahren betriebenen Sparprogrammes, mit dem unter anderem die Beschäftigtenzahl um etwa 10 Prozent auf 90.000 Mitarbeiter gesenkt wurde.
"Ich sehe die Lage jetzt positiver"
"Ich sehe die Lage jetzt etwas positiver", meinte Hellström. Im
März hatte Ericsson ferner mitgeteilt, bis auf weiteres keine
Neueinstellungen mehr vorzunehmen.
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