26.10.2001

TELEKOM

Bildquelle: FuZo

Ericsson macht 611 Millionen Euro Verlust

Der schwedische Telekommunikationskonzern Ericsson fährt mit dem Handy-Verkauf weiter hohe Verluste ein und prophezeit der Branche weltweit einen Schrumpfungsprozess.

Wie der viertgrößte Mobiltelefonhersteller der Welt am Freitag in Stockholm mitteilte, brachte das dritte Quartal einen Verlust von 5,8 Milliarden Kronen [611 Mill. Euro].

Minus von zehn Prozent

Obwohl die Verluste aus dem Handy-Geschäft deutlich höher ausfielen als von Analysten erwartet, zogen die Ericsson-Aktienkurse in Stockholm nach Veröffentlichung der Zwischenbilanz bis Mittag um 3 Prozent auf 49 Kronen an.

Als wichtigsten Grund nannten Beobachter den positiven Geschäftsverlauf bei Mobilsystemen und die optimistischen Prognosen für diesen Geschäftsbereich, bei dem die Schweden Branchengrößter sind.

Vom vierten Quartal an vermindern sich auch die Handy-Verluste für Ericsson wegen der zum 1. Oktober verwirklichten Mobiltelefon-Allianz mit Sony im Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson.

10 Prozent der Stellen gestrichen

Für das kommende Jahr sagt Ericsson ein Rückgang für die Telekommunikationsbranche von weltweit bis zu zehn Prozent voraus. Bisher hatte das Unternehmen noch ein schwaches Plus erwartet.

Ericssons Vorstandschef Kurt Hellström erklärte, sein Unternehmen benötige trotz dieser Perspektive und der hohen Verluste kein zusätzliches Kapital.

Er verwies auf "unerwartet schnelle" Effekte eines seit eineinhalb Jahren betriebenen Sparprogrammes, mit dem unter anderem die Beschäftigtenzahl um etwa 10 Prozent auf 90.000 Mitarbeiter gesenkt wurde.