Die kranken Elektronikriesen
Sanyo und Pioneer haben zwar erstmals wieder schwarze Quartale geschrieben, die Gesamjahresbilanzen bleiben aber weiterhin tiefrot.
Die angeschlagenen japanischen Elektronikkonzerne Sanyo und Pioneer haben im dritten Quartal zwar wieder Gewinne verzeichnet, gehen aber weiterhin von tiefroten Zahlen im Gesamtjahr aus. Sanyo fand im abgelaufenen Vierteljahr in die Gewinnzone zurück und profitierte dabei von einer hohen Nachfrage nach wiederaufladbaren Batterien, die etwa in Digitalkameras, Handys und tragbaren Computern eingesetzt werden.
Pioneer schrieb ebenfalls schwarze Zahlen, obwohl die rückläufigen Preise für DVD-Rekorder und Plasma-Fernseher das Geschäft belasteten.
Beide Unternehmen gelten als Verlierer im hart umkämpften Elektronik-Markt, die nicht in der Lage sind Konkurrenten wie Matsushita oder Sharp Schritt zu halten.
Sanyo strukturiert um
Sanyo bezifferte seinen Nettogewinn in den drei Monaten bis Ende Dezember am Dienstag auf 6,22 Milliarden Yen [knapp 43,9 Millionen Euro]. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern einen Verlust von weit über 100 Mio. Euro verbucht, nachdem ein Erdbeben eine Chip-Fabrik in Japan beschädigt hatte.
Für das Gesamtjahr bis Ende März hielt der drittgrößte japanische Hersteller von Verbraucher-Elektronik an seiner Prognose eines Nettoverlusts von 233 Milliarden Yen oder 1, 64 Mrd. Euro fest. Grund hierfür seien Kosten für die Umstrukturierung und Abschreibungen.
Sony hingegen hat für das dritte Quartal vergangene Woche einen um 47 Prozent höheren operativen Gewinn von 202,8 Mrd. Yen [1,44 Mrd. Euro] bekannt gegeben und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Gute Geschäfte mit der Spielkonsole PSP und mit LCD-Fernsehern glichen Schwächen in der Filmsparte aus.
Kapitalerhöhung bei Sanyo
Das in Osaka ansässige Unternehmen Sanyo hat im vergangenen Jahr 15 Prozent der Arbeitsplätze gestrichen, weitere Werke sollen geschlossen werden.
Um liquid zu bleiben, will das Unternehmen für 300 Milliarden Yen [2,2 Mrd.Euro] wandelbare Vorzugsaktien an Goldman Sachs, Daiwa Securities SMBC und die Sumitomo Mitsui Banking Corp ausgeben. Damit werden die drei Investoren eine Mehrheit im Board des Unternehmens erlangen, während sich der Wert der bestehenden Aktien verwässert.
Pioneer baut Plasma ab
Pioneer durchläuft ebenfalls eine Umstrukturierung. Für das dritte Quartal nannte das Unternehmen am Dienstag einen Nettogewinn von 1,4 Milliarden Yen nach 1,8 Milliarden Yen im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.
Der Umsatz kletterte um 16 Prozent auf ein Rekordvolumen von 227,7 Milliarden Yen oder knapp zwei Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr geht Pioneer weiterhin von einem Nettoverlust von 87 Milliarden Yen [610 Mio Euro] aus.
Diese Prognose beinhaltet Belastungen für den Abbau der Produktionskapazität bei Plasma-Displays und Kosten für die Frühverrentung von Mitarbeitern.
(futurezone | APA | AP | Reuters)
