Finanzspritze für Sanyo

finanzierung
22.12.2005

Der schwer angeschlagene Elektronikkonzern Sanyo wird eine Finanzspitze in Höhe von umgerechnet 2,15 Mrd. Euro erhalten.

Sanyo will die Mittel in erster Linie zur Finanzierung der für die Rettung des Unternehmens notwendigen Umstrukturierung einsetzen.

Im ersten Halbjahr rutschte Sanyo in die roten Zahlen und erwartet auch im Gesamtjahr einen hohen Verlust. Die Sanyo-Aktie legte nach der Nachricht am Mittwoch um 2,2 Prozent zu.

Die Summe der Finanzspritze liegt am obersten Ende der bereits im November genannten Spanne. Damals hatte das Unternehmen erklärt, zwischen 1,43 und 2,15 Mrd. Euro durch die Ausgabe neuer Aktien an Goldman Sachs, Sumitomo Mitsui, Daiwa Securities und bisherige Aktionäre einnehmen zu wollen.

Eigenkapitalquote erhöht

Die Aktienemission wird die Eigenkapitalquote von Sanyo auf über zehn Prozent von derzeit 6,6 Prozent erhöhen. Damit bleibt allerdings die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens schwächer als die von Matsushita und Sharp, deren Eigenkapitalquote über 40 Prozent liegt.

Vom Shooting Star zum Sanierungsfall

Sanyo ist ein Symbol dafür, wie kurzlebig Erfolg im digitalen Zeitalter besonders für Technikunternehmen sein kann. Noch vor wenigen Jahren galten die Japaner als einer der Gewinner in der Technologie-Branche. Im vergangenen Jahr beschädigte ein Erdbeben eine Chip-Fabrik des Unternehmens schwer und die Nachfrage nach digitalen Kameras ließ nach.

Für das im März endende Gesamtjahr geht Sanyo von einem Nettoverlust von 1,67 Mrd. Euro aus. Nach einem Managementwechsel im Juni stellte Sanyo einen Dreijahresplan zur Umstrukturierung auf, der den Abbau von 14.000 Arbeitsplätzen, etliche Werksschließungen und die Tilgung der Hälfte seines Schuldenbergs vorsieht.