Tiscalis Angriff auf Jet2Web
Der neue Tiscali.AT Chef Dieter Haacker will in den nächsten Monaten vor allem den Markt im Privatkundenbereich angreifen.
"Die grenzgeniale Idee, die Marke A-Online gegen Jet2Web Internet einzutauschen, wird uns das Leben entscheidend erleichtern", so Haacker.
Die Zeit dafür sei günstig. So gut wie alle Konkurrenten stünden vor oder nach einem Eigentümerwechsel oder einer Repositionierung ihres Geschäfts.
Großer Einstieg
Der italienische Internetkonzern Tiscali, der zuletzt mit
massiven Zukäufen für Schlagzeilen sorgte, will nun auch in
Österreich "groß einsteigen".
Größter EU-Provider drängt nach ATKriegskasse mit 900 Millionen Euro
Erster Schritt zum Massenmarkt sei vor allem ein Vertriebsabkommen mit der Media-Saturn-Holding. Ohne Übernahmen könnte man in etwa zweieinhalb Jahren unter die drei größten österreichischen Internetprovider aufsteigen.
"Mit ein bis zwei Akquisitionen sollte es aber schneller gehen", so Haacker.
Insgesamt stehen Tiscali laut Gründer und Präsident Renato Soru mittlerweile 900 Millionen Euro [13,2 Milliarden ATS] für Akquisitionen zur Verfügung. Für welche Unternehmen sich Tiscali Österreich interessiere, wollte Haacker nicht verraten.
Wer Haacker ist
Dieter Haacker leitet seit vergangenem Dienstag Tiscali
Österreich, mit seinen Konkurrenten ist der gebürtige Deutsche gut
vertraut. Von 1998 bis April des Vorjahres war er Geschäftsführer
der TA-Tochter A-Online [damals noch Highway 194, heute Jet2Web
Internet].
Der Abgang von AON vor einem JahrDie Aussichten für Jet2Web
"Lokale Marken werden nur in profitablen Nischen überleben. Eine solche Nische ist der Internetmassenmarkt aber sicher nicht", meint Haacker.
Sollte die Telecom Italia bei der Telekom Austria voll einsteigen, müsse der lokale Internetbereich in eine internationale Strategie eingebettet werden.
Die Telecom Italia verfüge derzeit über keine solche Strategie.
Eine Integration der Sparte in einen der drei großen europäischen Internetplayer - AOL, T-Online oder Tiscali - sei daher mittelfristig wahrscheinlich.
Der Status Quo
Derzeit bietet Tiscali in Österreich über SurfEU den einfachen Modemzugang an. Daneben vertreibt Tiscali auch Fremdportale für andere Unternehmen, wie beispielsweise die RSL Com.
Tiscali fungiert dabei als eigentlicher Provider. Für den Konsumenten scheint jedoch das Vertragsunternehmen als Anbieter auf.
Für Businesskunden gibt es bei Nacamar außerdem ADSL-Zugänge, in naher Zukunft soll der Breitbanzugang von Tiscali daher auch für Privatkunden verfügbar sein.
