Weniger Gewinn und mehr Arbeitslose
Die sinkende Nachfrage hat dem weltweit [seit kurzem] zweitgrößten PC-Herrsteller Compaq im ersten Quartal einen Gewinnrückgang beschert und das Unternehmen zu einer Ausweitung des geplanten Stellenabbaus veranlasst.
Zum Geschäftsausblick äußerteKonzernchef Michael Capellas am Montag nach US-Börsenschluss die Einschätzung, das zweite Quartal werde weiterhin hart bleiben.
Restrukturierungsmaßnahmen würden aber in der zweiten Jahreshälfte wieder zu einem "starken" Anstieg der Ergebnisse führen. Die Compaq-Aktien gaben nachbörslich ab.
Gerard-Klauer-Mattison-Analyst David Bailey bezeichnete die Ergebniszahlen als "etwas enttäuschend, aber nicht überraschend". "Sie haben [Geld in] ihrer PC-Gruppe verloren, was zu erwarten war. Die Ursache dafür ist Dell." Der Konkurrent habe eine aggressive Preispolitik betrieben. Compaq hat im ersten Quartal seine weltweit führende Stellung unter den PC-Produzenten nach Angaben zweier führender Marktforschungsfirmen an Dell verloren.
Dell weltgrößter PC-HerstellerGewinnrückgang
Den Gewinn in den ersten drei Monaten gab Compaq mit 222 Millionen Euro oder zwölf US-Cents je Aktie an, nachdem für das Anfangsquartal des Vorjahres noch ein Ergebnis von 328 Millionen Euro oder 17 US-Cents je Aktie ausgewiesen worden war.
Analysten hatten ihre Gewinnprognosen zuletzt auf zwölf bis 15 US-Cents - bei einem Schnitt von 13 US-Cents - gesenkt, nachdem das Unternehmen im vergangenen Monat sein Ergebnisziel heruntergeschraubt hatte. Die Investoren sollten einen Gewinn auf Vorjahresniveau erwarten, hatte es damals geheißen.
Der Umsatz ging im den ersten drei Monaten nach Unternehmensangaben auf 10,2 Milliarden von 10,5 Milliarden Euro im Vorjahr zurück. Analysten hatten mit einem Wert von 10,15 Milliarden Euro gerechnet. Für das zweite Quartal rechnet Capellas eigenen Worten zufolge mit einem Umsatz zwischen neun Milliarden Dollar und dem Niveau des Vorquartals.
Massenentlasung und GewinnwarnungMassenentlassungen
Ferner gab Compaq am Montag eine Ausweitung der im März angekündigten Stellenstreichungen bekannt.
Demnach sollen auf Grund der abgeschwächten Nachfrage weltweit 7.000 statt der bisher vorgesehenen 5.000 Arbeitsplätze wegfallen, womit die Belegschaft um zehn Prozent reduziert werde, erläuterte Finanzvorstand Jeff Clarke.
