Handy-Schrottlawine über Österreich
Die Wiener Umweltanwaltschaft hat in einer Aussendung auf die wachsende Handy-Schrottlawine und das damit einhergehende Umweltproblem hingewiesen.
Statistisch gesehen besitzen acht Millionen ÖsterreicherInnen zehn Millionen Handys. Schon fast die Hälfte der Geräte [vier Millionen] sind nicht mehr in Gebrauch und lagern derzeit in Haushalten.
Landen diese Altgeräte im Restmüll, besteht die Gefahr, dass die gefährlichen Schadstoffe aus den Handy-Akkus nach und nach in die Umwelt gelangen und so zu Gesundheits- und Umweltschäden führen können.
Um die Gefahr solcher "Fehlwürfe" zu verhindern, weist die Umweltanwaltschaft auf die Rückgabemöglichkeit beim Handel und den Shops der Netzbetreiber hin.
Wiener UmweltanwaltschaftSondermüll
Die zehn Millionen bisher in Österreich verkauften Hanys entsprechen 700 Tonnen Akkus und damit auf lange Sicht gesehen 700 Tonnen gefährlicher Abfälle.
Akkus enthalten zahlreiche umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe wie z.B. das Schwermetall Cadmium, das toxisch ist und als Krebs erregend eingestuft wird. Es ist daher besonders wichtig, dass Althandys nicht im Restmüll landen.
Kommt es doch dazu, gelangen die Akkus letztendlich auf eine Deponie oder in eine Müllverbrennungsanlage.
Von dort können die Akkuschadstoffe nach und nach [über Sickerwässer, Luftfracht etc.] in die Umwelt gelangen, denn die für den Restmüll bestimmten Deponien und Verbrennungsanlagen sind nicht für die Entsorgung gefährlicher Abfälle geeignet.
Gegen die stetig steigende Flut von Elektronik- und Elektroschrott wollen die EU-Umweltminister ankämpfen. Die Hersteller sollen verpflichtet werden, alte Geräte kostenlos zurückzunehmen und umweltgerecht zu entsorgen. Davon wären selbstverständlich auch die PC- und Hardwarehersteller betroffen. Die erste Lesung der entsprechenden Richtlinie im EU-Parlament findet voraussichtlich im Mai statt.
EU-Maßnahmen gegen ComputerschrottRückgabe möglich
Nur die getrennte Erfassung der Althandys bringt eine erhebliche Schadstoffentlastung für den Restmüll. Außerdem können im Zuge einer anschließenden Aufbereitung die metallischen Wertstoffe zurückgewonnen und stofflich verwertet werden.
Vertreiber, inländische Erzeuger und Importeure sind schon seit Jahren auf Grund der Batterieverordnung gesetzlich verpflichtet, gebrauchte Batterien und Akkus unentgeltlich zurückzunehmen.
Darüber hinaus haben sich die vier Netzbetreiber Mobilkom Austria, max.mobil, One und tele.ring bereit erklärt, nicht nur die Akkus, sondern gleich die Altgeräte selbst kostenlos in ihren Shops zurückzunehmen und ordnungsgemäß zu entsorgen.
Die Industrie leistet allerdings heftigen Widerstand gegen die geplante EU-Richtlinie und droht die Kostenweitergabe an die Konsumenten an.
Widerstand gegen die EU-Elektroschrott-Richtlinie.
