23.04.2001

INTERNET

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E-Schaufenster, aber kein E-Marktplatz

Bei Auftragsabschlüssen in deutschen Unternehmen hat das Internet bisher keine Chance gegen Telefon und Fax.

Das ergab eine Umfrage in 200 Firmen, die die Online-Tochter des Marktforschers Emnid am Montag auf der Hannover Messe vorstellte.

Demnach laufen 78 Prozent der Firmenbestellungen über Fax, zehn Prozent über Telefon. Ein Prozent der Aufträge seien via Web auf den Weg gebracht worden, drei Prozent über E-Mail.

WWW als beliebtes Schaufenster

Jedoch seien die Webseiten ein beliebtes Schaufenster: Mehr als drei Viertel der befragten Entscheidungsträger nutzten laut Studie das Netz, davon 42 Prozent für gezielte Produktinformationen.

Schriftlicher Beleg fehlt

Der meistgenannte Grund, via Netz keine Firmenaufträge zu schicken, war mit 65 Prozent: "Ich brauche eine schriftlichen Beleg für die Ablage." Auf dem zweiten Platz rangiert die Macht der Gewohnheit - 33 Prozent sagten: "Online ist nicht üblich."

Nach der Umfrage im Auftrag des Brancheninformationsdienstes "Wer liefert was?" waren 94 Prozent der befragten Betriebe mit zwischen sechs und 1.000 Mitarbeitern online vernetzt.

Am eigentlichen Arbeitsplatz haben aber 17 Prozent der Befragten noch keinen Internet-Zugang.

Nur aus Imagegründen im Netz

Dass das Netz als Anbahnungsmedium für Geschäfte abgeschlagen hinten liegt, ist aber auch teilweise die Schuld der Betriebe. Eine Studie des Innsbrucker Unternehmensberaters SHS Schatz & Partner im Auftrag des Gallup-Instituts ergab Anfang des Jahres, dass 35 Prozent der Unternehmen nur aus Imagegründen den Schritt ins Netz wagen.