23.01.2001

STUDIE

Bildquelle: FuZo

Heimischer E-Commerce noch unprofessionell

Österreichs Klein- und Mittelbetriebe sind "erschreckend unprofessionell im E-Commerce". Das ist das "vernichtende" Urteil einer vom Innsbrucker Unternehmensberater SHS Schatz & Partner in Auftrag gegebenen Studie des Gallup-Instituts.

Demnach wagten 35 Prozent der Unternehmen aus Industrie, Gewerbe und Handel den Schritt ins Internet-Geschäft ausschließlich aus Imagegründen. Für weitere 14 Prozent waren "Präsentationsgründe" ausschlaggebend. Mehr als ein Viertel der Unternehmen konnten gar keine Gründe nennen.

Nur ein Drittel der befragten Unternehmen, die im E-Commerce aktiv sind, wollen damit ihren Umsatz steigern. Auschlaggebend sind laut SHS-Geschäftsführer Florian Schatz vielmehr "spielerische Elemente oder Panikattacken, auch im Internet vertreten sein zu müssen".

Meist nur spartanische Verkaufszahlen via Netz

Mehr als die Hälfte der Befragten E-Commerce-Firmen verzeichneten im ersten Halbjahr 2000 keine Bestellungen via Internet, weitere 13 Prozent hatten weniger als zehn Orders, neun Prozent weniger als 40, weitere neun Prozent weniger als 100 und 14 Prozent weniger als 300.

Nur acht Prozent der Unternehmen konnten mit mehr als 300 Bestellungen aufwarten. Alles in allem wurden maximal fünf Prozent der Umsätze übers Internet erwirtschaftet.

Insgesamt befragte Gallup 300 Unternehmen mit 80 bis 500 Mitarbeitern. Rund 100 davon waren gezielt im E-Commerce tätig. Deutlich aktiver waren laut Umfrage die Handelsunternehmen mit einem E-Commerce-Anteil von 35 Prozent gegenüber 22 Prozent in der Industrie.

Andere Consulter wie die Wiener Contrast stehen einem E-Commerce-Engament von Klein- und Mittelbetrieben eher kritisch gegenüber.

Für diese Unternehmen seien im E-Business eher Business-to-Business-Anwendungen interessant.

Wolle der Betrieb dennoch in den E-Commerce einsteigen, so sollte er das nur in Kooperation mit anderen Unternehmen tun, sagte Oliver Elbling, E-Commerce-Experte bei Contrast, heute zur APA.