Vernetzte Autos als zukünftiger Massenmarkt
Im "Himmel für elektronisches Spielzeug" ["Gadget-Heaven", BBC], der CeBIT in Hannover, stellen Informationstechnologien in Automobilen dieses Jahr einen Schwerpunkt dar.
"Genauso wie in den 90er Jahren begonnen wurde, einzelne Computer zu vernetzen, so ist es jetzt ein logischer Schritt, das Automobil zum Zentrum eines mobilen Netzwerks zu machen", sagt Burkhard Göschel, Vorstand für Entwicklungen und Einkauf der BMW-Gruppe.
Eine Allianz mehrerer Unternehmen zeigt auf der CeBIT ein Auto mit allen gängigen Kommunikations- und Informationstechnologien: E-Mail, Fax, Telefon und SMS. Der Autofahrer kommuniziert ohne Tastatur ausschließlich sprachgesteuert über das Handy. Die Hände braucht er nicht vom Lenkrad zu nehmen. Für die Zukunft kann sich Günther Welsch vom IT-Verband BITKOM auch Grafiken als Hologramme auf der Windschutzscheibe vorstellen.
CeBIT 2001: Handys, Rezession und Hysterie um "Hacker"Massenmarkt in Sicht
Eine Studie der Beratungsfirma Mercer Management Consulting sagt den führenden Autoherstellern ein Milliardengeschäft mit Telematikdiensten voraus.
Sie könnten von Werbeeinnahmen auf den "Telematikportalen" sowie von einer Umsatzbeteiligung beim elektronischen Handel profitieren.
Autofahrer könnten in Zukunft bis zu sechs Prozent ihres verfügbaren Einkommens im Fahrzeug über mobile Dienste ausgeben, heißt es in der Studie weiter.
Ulrich Selzer von BMW ist überzeugt, dass sich Telematikdienste nicht auf einen kleinen Kreis von finanzkräftigen Autofahrern beschränken werden.
Die holprige Straße zum vernetzten AutoAktien und Fußball im Auto
Als Vorstufe für den mobilen Internet-Zugang präsentiert BMW den Dienst "BMW Assist" auf dem Stand von Vodafone Passo. "Der Autofahrer bekommt von extern Daten direkt ins Auto übertragen", erläutert Ulrich Selzer von BMW das Konzept.
Möchte der Kunde zum Beispiel zu einem Flughafen, liefere ein Call-Center Anschrift und Telefonnummer des Zielortes direkt auf einen zentral im Fahrzeug platzierten Bildschirm.
Voll Internet-fähig soll der neue 7er BMW sein, den der bayerische Konzern Ende des Jahres auf den Markt bringen will. Dann könnte der Autofahrer "Buchungen vornehmen, personalisierte Aktienportfolios oder Nachrichten von seinem Lieblingsfußballverein" abfragen, so Selzer.
Mercedes Benz bietet bereits seit vergangenem Jahr in den USA alle Fahrzeuge mit einem individuellen Internet-Angebot wie Notrufsystem und Navigationsdienste über einen Provider an. Ein vergleichbares Angebot bringt der Autokonzern ab 2002 zunächst in den Topmodellen der S- und E-Klasse auf den europäischen Markt. IT in Automobilen hat allerdings auch Schattenseiten:
Softwarefehler fährt Autos in den GrabenInternet im Porsche
Unter dem Motto "IBM in AutoMobile e-business" präsentiert IBM gemeinsam mit dem Softwarehaus CAA aus dem baden-württembergischen Filderstadt eine Telematiklösung in einem Porsche-Modell.
Das Produkt soll es Automobilherstellern ermöglichen, standortbezogene und personalisierte Informationen im Auto zur Verfügung zu stellen.
Über eine Konsole und einen Multifunktionsbildschirm könne der Fahrer unter anderem E-Mails abrufen oder auf einen Routenplaner zugreifen, sagte IBM-Pressesprecher Hans Rehm.
