Aktionäre erwägen Klage gegen DT
Aktionäre drohen der Deutschen Telekom nach der Neubewertung ihres Immobilienbesitzes mit der Justiz.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz [DSW] in Düsseldorf kündigte heute an, eine Prospekthaftungsklage zu prüfen. Telekom-Chef Ron Sommer sieht dagegen keine Versäumnisse des Bonner Konzerns.
"Wir sind sofort an die Öffentlichkeit gegangen, als uns die Zahlen der Gutachter vorlagen", sagte Sommer in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Sein Stuhl wackle nicht. Der Kursverfall der T-Aktie, an dem nach Sommers Ansicht die Medien eine Mitschuld tragen, kam vorübergehend zum Stillstand.
Am Vortag hatte der Telekom-Konzern mitgeteilt, dass sich durch eine niedrigere Bewertung des Immobilienbestandes um zwei Milliarden Euro der Konzernüberschuss für 2000 um 20 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro verringern werde. Nach Darstellung Sommers handelt es sich um eine reine bilanztechnische Maßnahme.
Jahresüberschuss um Milliarden revidiertSchlechte Nachrichten reisen schnell
Aus Sicht der Aktionäre sei zu klären, warum die Wertansätze für die Immobilien erst jetzt und in solch drastischem Umfang korrigiert worden seien, forderte die DSW. Der Immobilienmarkt sei bereits vor Jahren nach unten gegangen.
In einem Brief an die Konzernmitarbeiter rechtfertigte Sommer seine Strategie und schob den Medien eine Mitschuld an dem Verfall des Aktienkurses zu: Zwischen veröffentlichter Meinung und Kursentwicklung gebe es Zusammenhänge.
Weil die "eher negative Schlagzeile mehr Aufmerksamkeit und Interesse verspricht", habe die Telekom auch Probleme in der öffentlichen Berichterstattung, hieß es in dem Schreiben.
In diesem Zusammenhang wies er Rücktrittsgerüchte erneut als völlig haltlos zurück. "Die Spekulationen um meine Person in den letzten Tagen entbehren jedweder Grundlage", schrieb Sommer.
