Sony hat Probleme mit der PS2
Sony hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 [zum 31. Dezember] auf-Grund der Yen-Schwäche einen geringeren operativen Gewinn ausgewiesen, jedoch Analystenerwartungen übertroffen.
Die operativen Gewinne seien um elf Prozent auf 146,47 Milliarden Yen [rund 1,3 Mrd. Euro] gefallen, teilte der Konzern am Donnerstag in Tokio nach Börsenschluss mit. Analysten hatten Umfragen zufolge im Schnitt mit einem Rückgang von über 20 Prozent gerechnet.
Gewinnaussichten für 2001 halbiert
Auf Basis lokaler Währungen hat das exportorientierte Unternehmen
den Angaben zufolge operative Gewinne um fünf Prozent gesteigert.
Absolut habe die Währungsschwäche dem Unternehmen einen Schaden in
Höhe von 25,5 Milliarden Yen bereitet, hieß es. Der Reingewinn des
Konzerns sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 23 Prozent auf
72,24 Milliarden Yen gefallen, teilte Sony weiter mit. Für das
Gesamtjahr rechne Sony nunmehr mit einem Reingewinn von fünf
Milliarden Yen. Damit halbierte der Konzern seine im Oktober 2000
verkündeten Gewinnaussichten.
SonyProbleme mit Playstation 2
Die Gewinnrevision begründete der Konzern mit einer unbefriedigenden Bilanz seiner Video-Spielkonsole Playstation 2.
Seit der Markteinführung im März vergangenen Jahres hat Sony mit der Konsole noch kein Geld verdient. Zwar konnten bisher weltweit 6,4 Millionen Stück der PS2 abgesetzt werden, davon allein 2,88 Millionen im dritten Quartal. Allerdings wirken sich Verzögerungen bei Games wie dem groß angekündigten "Gran Turismo 3'' negativ aus.
Hinzu kommen massive Probleme bei der Hardware-Fertigung. Sony kündigte an, man werde im laufenden Jahr wegen zu weniger Halbleiterteile wohl nur neun statt zehn Millionen PS2 herstellen können. Nächstes Jahr sollen es 20 Millionen werden.
Gewinn im kommenden Geschäftsjahr
Sony hofft jedoch, dass die Spielekonsole ab Mitte des kommenden
Geschäftsjahres [1. April] Gewinne abwerfen wird. Sonys Konkurrent
Sega hatte am Vortag mitgeteilt, möglicherweise die Produktion
seiner eigenen, Verlust bringenden "Dreamcast"-Konsole ab 1. April
ganz einzustellen.
Playstation 2
Dreamcast-Produktion vor dem AusStellenabbau in den USA
Sony kündigte auch an, ab Anfang April die Produktion von Bildröhren für Computermonitore in den USA zu stoppen und nach Asien zu verlagern.
Konkret betroffen von dieser Maßnahme ist die Sony-Niederlassung im kalifornischen San Diego, in der 500 Mitarbeiter entlassen werden. Das entspricht 14 Prozent der Belegschaft.
IPO der Internet-Einheit Sony Communication Network
Ferner kündigte Sony die Einführung von separaten Aktien für
seine Internet-Einheit Sony Communication Network an. Damit sei Sony
das erste japanische Unternehmen, das diese Kapitalisierungsmethode
verwende. Der Zeitpunkt der Emission stehe noch nicht fest, teilte
Sony mit.
Sony Communication Network [GB]Vorschau auf Playstation 3
Mittlerweile sind auch die ersten Details zum Nachfolgemodell, der Playstation 3, bekannt geworden. Die Markteinführung wird nicht vor 2004 erwartet, dennoch arbeitet man bei Sony bereits mit Hochdruck an der technischen Ausstattung der Konsole.
Das Kernkonzept sieht dabei vor, über die Spiele-Konsole auch einen einfachen Internet-Zugang zu ermöglichen. Die Überlegung dabei ist offenbar, die Playstation zum Tool für Online Shopping und -Banking zu machen und solcherart auch den zahlreichen zu Sony Entertainment gehörenden Unternehmen [Sony Pictures, Sony Music und die erfolgreiche Film- und Fernsehproduktionsfirma Columbia TriStar Entertainment] Kunden zuzuführen.
Mit einem derartigen "Cross-channel media"-Konzept hofft Sony in Hinkunft auch dem neuen Branchen-Leviathan AOL/Time-Warner Paroli bieten zu können, der in ähnlichen Gewässern zu fischen beabsichtigt.
AOL/Time-Warner-Rekordfusion hinterlässt Ratlosigkeit
