24.01.2001

ROTE ZAHLEN

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Dreamcast-Produktion vor dem Aus

Sega, japanischer Hersteller von Spielekonsolen, stellt möglicherweise die Produktion seiner Verlust bringenden "Dreamcast"-Konsole ein.

Wie japanische Medien heute unter Berufung auf informierte Kreise berichteten, wolle Sega ab Ende März keine neuen "Dreamcast"-Konsolen mehr bauen, sondern sich stattdessen künftig auf die Entwicklung und den Vertrieb von Spielesoftware konzentrieren.

Ein Sprecher von Sega erklärte dazu, noch sei nichts entschieden. Man erwäge allerdings zum April eine Umstrukturierung, wobei die Einstellung der "Dreamcast"-Fertigung eine Option sei.

Eine Entscheidung über eine mögliche Neustrukturierung könnte noch Ende Jänner getroffen werden, sagte der Sega-Sprecher weiter.

Zumindestesn die Börse in Tokio reagierte euphorisch auf die Option des Ausstiegs aus dem Konsolengeschäft: Der Kurs der Sega-Aktie schoss um 16 Prozent auf 1.470 Yen nach oben.

Vier Mal rote Zahlen

Als Folge werde Sega im noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr zum vierten Mal in Folge rote Zahlen schreiben. Seit Markteinführung habe Sega weltweit rund sechs Millionen der Konsolen verkauft.

Das Konkurrenzprodukt "Playstation 2" von Sony habe sich dagegen in nur zehn Monaten mehr als 6,3 Millionen Mal verkauft, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun".

Neben Sony und Nintendo könnte Sega künftig auch Konkurrenz von Microsoft bekommen, das im Herbst die Spielekonsole "X-Box" in den USA auf den Markt bringen will.

Wie der Sprecher mitteilte, sei geplant, das Geschäft mit Software für "Dreamcast" fortzusetzen. Zudem führe man derzeit Verhandlungen über eine Belieferung der Konkurrenzprodukte "Playstation 2" und Nintendos "Game Boy Advance" mit Software, sagte der Sprecher.

Analysten begrüßten die mögliche Produktionsaufgabe der Konsole und werteten sie als Schritt zur Konsolidierung des angeschlagenen Unternehmens.

Ein solcher Plan könne den angekündigten Strategiewechsel der Firma einleiten, sich vom Spielekonsolen-Markt zurückzuziehen, hieß es.

Analysten schätzen, dass Sega wegen der minimal kalkulierten Gewinnspanne zwischen 5.000 und 10.000 Yen [50 bzw. 100 Euro] pro Konsole verloren hat. Der Rückzug von der Hardware-Produktion werde Sega rund 50 Milliarden Yen [500 Mio. Euro] kosten.