MySpace startet Musikdienst
Die Social-Networking-Site MySpace will mit neuen Musik-Features den Online-Musikmarkt aufrollen. Vorerst bleibt der Dienst US-Nutzern vorbehalten.
Am Donnerstag hat MySpace seinen seit längerem angekündigten Online-Musikdienst MySpace Music gestartet. Nutzer können kostenlos auf die Titel der vier großen Musikkonzerne Universal, Warner, Sony BMG sowie einiger Independent Lables zugreifen und auf ihren Profilen Playlists mit bis zu 100 Songs anlegen.
Neben dem Zugriff auf werbefinanzierten Streams haben MySpace-Music-Nutzer auch die Möglichkeit, die Titel im kopierschutzfreien MP3-Format über den Online-Einzelhändler Amazon zu kaufen. Beim Klingeltonverkauf kooperiert MySpace Music mit Jamba, das ebenso wie die Social-Networking-Site zum Imperium des rechtskonserativen Medienmagnaten Rupert Murdoch gehört.
Vorerst nur für US-Nutzer
Der Dienst kann vorerst nur von US-Usern genutzt werden, soll aber in den kommenden Monaten auch international verfügbar sein, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens.
Europa-Partner gesucht
Ob MySpace auch in Europa mit Amazon beim Download-Verkauf kooperiert, ist bisher unklar. Europäische Partner für den MySpace-Musikdienst würden noch gesucht, hieß es in Medienberichten.
Joint Venture mit Musikkonzernen
MySpace Music ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Social-Networking-Site mit den vier großen Musikkonzernen. Kurz vor dem Start war auch EMI dem Joint Venture beigetreten.
Werbung von McDonald's und Toyota
Werbepartner des MySpace-Musikdienstes sind unter anderem McDonald's, Sony Pictures und Toyota. Werbung scheint in den Nutzer-Playlists und im MySpace-Musik-Player auf. Audiowerbung ist vorerst nicht geplant. Die Werbepartner kommen teilweise auch für kostenpflichtige Song-Downloads auf.
Die Werbeeinnahmen sollen mit den Labels geteilt werden, hieß es. Künftig will MySpace Music auch mit dem Verkauf von Merchandising-Artikeln und Konzertkarten Geld verdienen.
Konkurrenz für Last.fm und iTunes
Mit seiner Musikinitiative will MySpace, das nach eigenen Angaben weltweit rund 120 Millionen Nutzer zählt, sein Profil schärfen und sich von der Konkurrenz abheben.
Ob es dabei mit Streaming-Diensten wie Imeem und Last.fm mithalten kann, die ähnliche Features bieten, bleibt abzuwarten. Daneben soll auch der Druck auf Apple's Online-Musikdienst iTunes erhöht werden, der in den USA derzeit 80 Prozent Marktanteil hält.
