MySpace startet Musikoffensive
Die Social-Networking-Site MySpace will diese Woche ihren bereits seit längerem geplanten Online-Musikdienst an den Start bringen.
MySpace Music, ein Gemeinschaftsunternehmen von MySpace und den drei Musikkonzernen Sony BMG, Universal Music Group und Warner Music, bietet werbefinanziertes Streaming von Musik und Videos, berichtete das US-Wirtschaftsmagazin "Fortune" in seiner aktuellen Ausgabe. Bei Song- und Album-Downloads kooperiert der Dienst mit Amazon. Daneben will MySpace Music auch mit dem Verkauf von Tickets und Merchandising-Artikeln Geld verdienen.
Der Start des Dienstes soll laut Fortune im Laufe dieser Woche über die Bühne gehen. Ob und in welcher Form der Dienst auch von österreichischen MySpace-Usern genutzt werden kann, ist noch nicht bekannt.
Playlisten für MySpace-Profile
Nutzer des Dienstes sollen aus dem Katalog der beteiligten Labels Playlisten erstellen und in ihr Profil integrieren können, hieß es weiter. Mit unabhängigen Labels und EMI, das als einziger der großen Musikkonzerne noch nicht an Bord ist, werde noch verhandelt, so "Fortune".
Konkurrenz für iTunes
Die gestreamten Titel können über den Amazon-MP3-Shop gegen Bezahlung auch heruntergeladen werden. Dazu hat Amazon eine technologische Lösung konzipiert, bei der die gekauften Titel direkt in iTunes oder den Windows Media Player transferiert werden.
Amazon, das im September 2007 in den USA an den Start gegangen ist, ist nach Angaben des Marktforschungsunternehmens NPD Group bereits die Nummer zwei auf dem US-Online-Musikmarkt und dürfte mit der MySpace-Kooperation noch weiter wachsen und so auch den Abstand zu Marktführer Apple verringern. Immerhin verfügt MySpace weltweit über mehr als 120 Millionen Nutzer.
Als Werbepartner des MySpace-Musikdienstes wurden etwa Sony Pictures, Toyota, McDonald's und die US-Versicherungsgruppe State Farm genannt.
Mit dem Verkauf von Musik-Downloads ist MySpace schon einmal gescheitert. Eine Kooperation mit dem Online-Musikdienst Snocap, der Künstlern Miniapplikationen zum Download-Verkauf auf der Social-Networking-Site zur Verfügung stellte, wurde zuletzt wieder eingestellt. Snocap wurde mittlerweile vom MySpace-Konkurrenten Imeem übernommen.
Macher optimistisch
In Summe bietet das seit längerem angekündigte Service nicht viel mehr, als vergleichbare Dienste bereits im Angebot haben. Mit On-Demand-Streaming von umfassenden Musikkatalogen warten etwa Imeem und Last.fm für angloamerikanische Nutzer bereits seit längerem auf.
Dem Optimismus von MySpace tut das keinen Abbruch. MySpace-Gründer Chris DeWolfe ist um hochtrabende Vergleiche nicht verlegen. "Wir machen heute das, was MTV in den 80er Jahren gemacht hat", sagte er "Fortune".
