BlackBerry treibt Nutzer zu Mehrarbeit

08.07.2008

Mit dem Smartphone BlackBerry allzeit bereit: Diesem Trend folgen auch immer mehr Österreicher, wie eine aktuelle Studie der mobilkom austria zeigt. Der mobile Zugriff auf E-Mails verleitet viele Nutzer aber auch zur Mehrarbeit.

89 Prozent der österreichischen BlackBerry-Nutzer sind Männer. Das geht aus der Studie der mobilkom hervor, die am Dienstag präsentiert wurde.

Genutzt werde das Multimedia-Handy, das vor allem zum Schreiben und Empfangen von E-Mails verwendet wird, eigentlich überall: zu Hause [60 Prozent], am Arbeitsplatz [69 Prozent], im Auto [60 Prozent], im Garten/Freien [50 Prozent], in Lokalen [47 Prozent], in öffentlichen Verkehrsmitteln [44 Prozent] und bei Geschäftsreisen im Ausland [50 Prozent].

Mailcheck am Wochenende

Verbreitet seien BlackBerry & Co. vor allem in städtischen Ballungsgebieten, so die Studie, für die österreichweit 600 BlackBerry-Nutzer befragt wurden. Durch BlackBerrys und andere Multimedia-Geräte werde zunehmend die Möglichkeit genutzt, zu Hause zu arbeiten. 72 Prozent der Befragten arbeiten damit zumindest regelmäßig am Abend von zu Hause aus. Auch am Wochenende greifen gut 60 Prozent der Befragten regelmäßig auf ihre mobilen E-Mails zu. 75 Prozent rufen regelmäßig Firmen-E-Mails von zu Hause aus ab. 60 Prozent geben an, dass mobile E-Mails ihr Leben vereinfachen.

Allerdings stimmen auch 44 Prozent den Aussagen zu, mobiler Zugriff auf geschäftliche E-Mails würde zu Mehrarbeit verleiten und zu ständiger Erreichbarkeit führen. Ein Drittel der Befragten empfindet die permanente Erreichbarkeit als Nachteil, 91 Prozent fühlen sich oft zu sofortiger Antwort auf mobile E-Mails verpflichtet.

Die Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst in Kanada hat eine Lohnerhöhung für Angestellte mit einem BlackBerry gefordert, weil diese dadurch in Dauerbereitschaft sind.

Disziplin und Mehrarbeit

Die neuen Möglichkeiten mobiler Kommunikation würden in der Studie überwiegend positiv bewertet, bedeuteten aber auch verstärkte Eigenverantwortung für Handykunden, sagte der Vorstand für Marketing, Vertrieb und Customer Services, Hannes Ametsreiter. Verhaltensregeln werde es in diesem Bereich nicht geben. Daher seien die Menschen selbst gefordert, ihren persönlichen Umgang zu definieren, so Ametsreiter.

In Österreich wurden seit Markteinführung im Jänner 2004 rund 80.000 BlackBerrys verkauft, so die mobilkom. Ende 2007 gab es laut dem kanadischen Hersteller Research in Motion [RIM] weltweit 11,2 Millionen BlackBerry-Benutzer.

(APA)