Siemens SBS vor der Zerschlagung
Der Siemens-Konzern zerlegt nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" seine angeschlagene IT-Dienstleistungssparte Siemens Business Service [SBS].
Das Unternehmen habe sich für einen Teilverkauf an den Computerhersteller Fujitsu Siemens Computers entschieden, berichtete das Blatt am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Bereits in der kommenden Woche könnte das Geschäft offiziell bekannt gegeben werden.
IT-Dienstleistungen ausgelagert
Das seien "Spekulationen, die wir nicht kommentieren", sagte ein Siemens-Sprecher, der freilich darauf verwies, dass sein Unternehmen bereits seit längerem angekündigt habe, für das Geschäftsfeld PRS [Produktnahe Dienstleistungen] einen Partner zu suchen.
Die Wartung von Großrechnern und andere IT-Dienstleistungen sollen in die Tochter Fujitsu Siemens ausgelagert werden. Der Problembereich SBS hat weltweit 39.000 Beschäftigte, davon gehören 5.400 zu PRS.
An Teilen der SBS, die in Deutschland 15.000 Menschen beschäftigt, zeigt sich schon länger der französische Computer-Dienstleister Atos Origin interessiert, europaweit die Nummer zwei in diesem Bereich.
Vor allem die Verluste der SBS hatten die Bilanzen von Siemens schwer belastet. Im vierten Quartal konnte sich der Konzern mit einem Plus von 77 Millionen Euro [Vorjahreszeitraum: 654 Mio.] nur noch knapp in der Gewinnzone halten.
Die Schmerzen der RestrukturierungÖsterreich ist anders
Eine Trennung würde auch die österreichische Tochter betreffen, obwohl dort - wie von Siemens stets betont wurde - nicht an Personalabbau gedacht werde, weil das Unternehmen profitabel sei.
Durch die Integration von ai informatics wird SBS Österreich im Geschäftsjahr 2005 seine Mitarbeiteranzahl in Österreich und Zentral- und Osteuropa von rund 1.500 auf insgesamt über 2.000 sowie seinen Umsatz erheblich steigern.
Einen Tag nach der Bundestagswahl in Deutschland Mitte September hatte Siemens harte Einschnitte bei SBS und den zwei weiteren Krisensparten des Konzerns angekündigt.
Die Sorgenkinder
Zu den Sorgenkindern zählen neben SBS die Kommunikation [Com] und
die Logistik. Allein bei SBS sollen in den kommenden zwei Jahren
2.400 Arbeitsplätze wegfallen. Damit will das Unternehmen die Kosten
bei SBS bis 2007 um 1,5 Milliarden Euro drücken.
Siemens setzt den Rotstift an
Die Atos-Origin-Gruppe im Überblick
