Siemens setzt den Rotstift an
Der Konzern will in seinen Problemsparten mehrere tausend Arbeitsplätze streichen.
Allein beim IT-Dienstleister SBS sollen in Deutschland in den nächsten beiden Jahren 2.400 Stellen abgebaut werden, teilte die Siemens AG in München mit. Die Kosten in der defizitären Sparte sollten bis 2007 um 1,5 Milliarden Euro gedrückt werden.
Spartenchef Adrian von Hammerstein legt sein Amt nieder.
Weiterer Arbeitsplatzabbau ist im ebenfalls defizitären Kommunikationsbereich Com geplant. Einschnitte seien hier unter anderem wegen der schwachen Inlandskonjunktur und der Kaufzurückhaltung bei mittelständischen Kunden notwendig, hieß es nach einer Sitzung des Zentralvorstands.
4.000 Arbeistplätze betroffen?
"Damit sind Personalanpassungen verbunden, zu denen das
Unternehmen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern und IG Metall
führt." Eine Größenordnung wurde zunächst nicht genannt. In der
Branche war von 3.000 bis über 4.000 Arbeitsplätzen die Rede.
Das große Zittern bei SiemensLogistiksparte wird ausgegliedert
Auch in der Logistiksparte L&A gibt es radikale Maßnahmen. Das Geschäftsfeld "Distribution and Industry" mit 5.000 Beschäftigten wird in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert und so für Partnerschaften oder einen Verkauf vorbereitet. Mit Wirkung zum 1. Oktober wird der Bereich L&A aufgelöst. Das verbliebene Geschäft wird auf andere Sparten verteilt.
Von den Umstrukturierungen erwartet Siemens eine Belastung des Gewinns im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr [zum 30. September], die das Unternehmen nicht bezifferte.
Konzernchef Klaus Kleinfeld sagte, es bleibe das Ziel, alle Geschäfte des Münchner Konzerns schnell auf den Kurs eines profitablen Wachstums zu bringen. "Die notwendigen Maßnahmen setzen wir konsequent um", ergänzte er.
200 Mio. Euro Minus
Kleinfeld hatte allen Sparten vorgegeben, bis 2007 ihre
Renditeziele zu erfüllen. Die drei Problembereiche hatten alleine im
dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auch ohne die
veräußerte defizitäre Handysparte einen Verlust von mehr als 200
Mio. Euro verbucht.
Siemens sucht Partner für Tochter SBS
