19.09.2005

ARBEITSPLÄTZE

Das große Zittern bei Siemens

Vorstandschef Klaus Kleinfeld wird heute Lösungen für die drei aktuellen Problemsparten von Siemens präsentieren. Dabei müssen sich die Beschäftigten auf die "ganze Palette der Grausamkeiten" einstellen: Neben massiven Stellenstreichungen und Auslagerungen werden vom Vorstand auch Zugeständnisse bei Einkommen und Arbeitszeit verlangt.

4.200 Arbeitsplätze wackeln bei Com

Noch härter wird es die Kommunikationssparte Com treffen. Bisher war man von etwa 3.000 Stellen ausgegangen, Nach Informationen des "manager magazins" sollen sogar mehr als 4.200 Arbeitsplätze abgebaut werden.

In der Logistiksparte L&A stehen ebenfalls mehrere tausend Arbeitsplätze vor der Ausgliederung.

Siemens versuche damit, noch vor Ablauf des Geschäftsjahres 2004/05 am 30. September Lösungen für die Krisenherde zu finden, sagt Analyst Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck. "Man will alle Belastungen noch möglichst ins laufende Geschäftsjahr reinpacken."

Rote Zahlen bei der Kommunikation

Kleinfeld kündigte an, dass alle Siemens-Bereiche binnen 18 Monaten die hoch gesteckten Renditevorgaben erreichen müssten. "Der Druck ist jetzt höher als früher", sagt Aufsichtsrat Wolfgang Müller von der IG.Metall. "Über 60 Prozent der Siemens-Aktien sind jetzt in ausländischen Händen." Fonds und Hedgefonds würden auf rasche Renditeverbesserungen drängen.

"Gerade bei SBS muss etwas passieren, die Verluste sind hoch", sagt Analyst Kitz. Als Interessent gilt unter anderem das französische Unternehmen Atos Origin.

Ähnlich groß ist der Handlungsbedarf bei der Kommunikationssparte Com, die auch nach Verkauf der verlustreichen Handysparte in den roten Zahlen steckt. Siemens will bei Com vor allem eine Ausgliederung des Enterprise-Geschäfts mit Firmenkunden durchsetzen. Betroffen davon wären nach Gewerkschaftsangaben zwischen 4.600 und 6.300 Beschäftigte der Siemens-Töchter STS und STV sowie der Siemens AG.