06.12.2005

DEUTSCHLAND

Preisrutsch auf dem Handymarkt geht los

Nachdem im Jahresverlauf schon zahlreiche Billiganbieter vorgeprescht sind, steigt mit Aldi erstmals ein Handelsriese ins Geschäft mit dem mobilen Telefonieren ein - und das mitten im Weihnachtsgeschäft.

Lidl und Plus könnten schon bald nachziehen. Profitieren können in diesem Fall erstmals die Konsumenten: Handytelefonie wird billiger.

"Die Preise im Mobilfunk kommen immer stärker unter Druck", sagt Martin Gutberlet von der Beratungsgesellschaft Gartner. So seien zur Jahresmitte 19 Cent pro Minute noch Preisbrecher gewesen, ein halbes Jahr später 15 Cent.

"2006 werden wir zehn Cent sehen", zeigt er sich überzeugt.

Auch Deutsche Telekom kooperiert

Offiziell gibt sich die Konkurrenz gelassen, doch hinter den Kulissen beginnt das Zittern. Die Margen der Billiganbieter werden angesichts der sinkenden Gebühren für die Terminierung der Gespräche hauchdünn.

"Wenn immer mehr Marken auftauchen, wird die Pflege der eigenen starken Marke wichtig sein", meint Christin Schwolow von T-Mobile. Gleichzeitig unterstreicht er, dass die Deutsche Telekom keine Billigmarke platzieren will.

Doch in diesem Segment haben auch die Bonner längst ein Bein in der Tür. EasyMobile, klarmobile.de und simply haben Partnerschaften mit T-Mobile abgeschlossen. Entscheidend ist dabei die Frage, wie viel Geschäft durch den Partner kannibalisiert wird, sagte Schwolow.

15 Prozent Marktanteil für Diskonter

Wie erfolgreich die Billiganbieter aber sein werden, steht in den Sternen. Experten halten für dieses Segment einen Marktanteil von zehn bis 15 Prozent für möglich, also rund zehn Millionen Kunden. Doch bei vielen Anbietern und knapp bemessenen Margen bleibt die Ausbeute gering.