Deutschland setzt sich bei Galileo durch
Das Kontrollzentrum für Europas Satellitensystem Galileo kommt nach Oberpfaffenhofen bei München, die Galileo-Betreibergesellschaft wird ihren Sitz im südwestfranzösischen Toulouse haben.
Das gaben die deutsche Raumfahrtagentur DLR und der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy am Montag in getrennten Erklärungen bekannt.
Deutschland habe weiters am Montag die Aufnahme weiterer Industriepartner bei dem internationalen Vorhaben erreicht, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in Brüssel.
Konsortium TeleOp kommt dazu
Zu den bisher sieben Unternehmensgruppen, die an dem Vorhaben beteiligt sind, wird nach Angaben Tiefensees das deutsche Konsortium TeleOp hinzukommen. Zu TeleOp gehören die Telekomtochter T-Systems, der kommerzielle Zweig des DLR, das Raumfahrtunternehmen EADS und mit einem kleineren Anteil die bayerische Förderbank.
Fachleute erwarten, dass der Vertrag für die Aufbauphase von Galileo in knapp einem Jahr unterschrieben werden kann. "Ohne die Einigung wäre das Projekt auseinandergefallen", sagte ein Teilnehmer der am Montag abgeschlossenen Verhandlung.
Aufbau-Budget angehoben
Für die Aufbauphase waren bisher 2,1 Milliarden Euro vorgesehen,
von denen zwei Drittel von privaten Investoren und ein Drittel aus
Steuergeldern kommen sollen. Dieser Betrag wurde auf 2,5 Milliarden
Euro angehoben, hieß es am Rande des EU-Verkehrsministerrats.
Zusammen mit der Entwicklungsphase soll das System damit 3,6
Milliarden Euro kosten.
"Galileo" kann endlich abhebenBaubeginn 2006
Von Oberpfaffenhofen aus soll demnach der Regelbetrieb der insgesamt 30 Satelliten "über mindestens 20 Jahre hinweg" gesteuert werden.
Ausschlaggebend für die Entscheidung sei die "Kompetenz aus 40 Jahren Raumflugbetrieb" in Oberpfaffenhofen gewesen. Ein weiteres Kontrollzentrum soll in Italien entstehen, um das Ausfallrisiko während des Regelbetriebes möglichst gering zu halten.
Der Bau des neuen Kontrollzentrums soll nächstes Jahr beginnen. Bereits während der so genannten In-Orbit-Validationsphase mit zunächst vier Satelliten könne damit "ab 2008 ein vollwertiger Betrieb gewährleistet werden".
Vermittler am Werk
Die Ansiedlungen sind den Angaben zufolge Teil eines
Rahmenabkommens der Galileo-Partner unter der Vermittlung des
früheren EU-Kommissars Karel van Miert.
Galileo bekommt einen Vermittler
