Diskonter Lidl will Mobilfunker werden
Nach Aldi wird möglicherweise auch der Erzrivale Lidl ins Mobilfunkgeschäft einsteigen.
"Lidl führt Sondierungsgespräche. Eine abschließende Entscheidung ist aber noch nicht getroffen", sagte eine Lidl-Sprecherin am Montag. Ob und wann Lidl mit einem Angebot auf den Markt trete, sei noch offen.
"Der Mobilfunkmarkt ist ein interessanter Markt, den Lidl seit längerer Zeit beobachtet", fügte die Sprecherin hinzu. Bei einem Vorpreschen von Aldi war eine entsprechende Reaktion von Lidl in der Branche erwartet worden. Der Kaffeeröster Tchibo bietet schon seit längerem Handykarten an.
Die Kooperationspartner E-Plus und Medion wollen von Mitte der Woche an in mehr als 4.000 Aldi-Läden Werkarten für den Tarif "Aldi Talk" anbieten. Medion soll die Guthabenkarten stellen, genutzt werden soll das Netz von E-Plus.
Fünf Cent pro Minute im selben Netz
Das Startpaket kostet 19,99 Euro und wird ein Gesprächsguthaben
von zehn Euro, aber kein Mobiltelefon enthalten. Der Minutentarif
liegt bei 15 Cent für Gespräche ins deutsche Festnetz und in andere
deutsche Mobilfunknetze. Untereinander telefonieren die
Mobilfunkkunden von Aldi für fünf Cent pro Minute.
Aldi als Billig-MobilfunkerYesss in Österreich erfolgreich
Damit reiht sich Aldi in die Mobilfunk-Billiganbieter ein, die vergleichsweise günstige Tarife bieten, wobei die Nutzer auf subventionierte Handys und bestimmte Dienstleistungen verzichten müssen.
In Österreich ist etwa der Mobilfunker Yesss mit ähnlichen Angeboten auf dem Markt und kooperiert dabei mit Hofer, der österreichischen Aldi-Tochter. Tarifmäßig werden neun Cent pro Minute in alle Netze geboten. Damit liegt man zwar unter den Zusammenschaltungsgebühren, das Unternehmen verdient aber durch Anrufe ins Yesss-Netz.
